New Zealand

Mo. 17.02.1992 (132. Tag), Auckland - Zürich
Mein letzter Tag in Neuseeland. Als ich am Morgen erwachte, hörte ich von draussen das Plätschern des Regens. Es herrschte nochmals so richtiges Auckland-Wetter. Ich packte die restlichen Sachen zusammen und gab mir Mühe, nicht zu viel einzupacken. Von David verabschiedete ich mich am Morgen, bevor er zur Arbeit fuhr. Elizabeth brachte mich um 10 Uhr zur Devenport Wharf. Ich musste wohl der Familie sehr angenehm gewesen sein, denn Elisabeth fiel der Abschied schwer. Auch ich trug ein komisches Gefühl in mir. Ich hatte meine Zeit bei Thomsons sehr genossen. Es sind tolle und herzliche Leute, die mich während meiner Zeit hier immer sehr unterstützt hatten. Seit ich in Neuseeland bin, musste ich schon ein paar Mal von Leuten Abschied nehmen und es war immer ein komisches Gefühl.
Ein letztes Mal brachte mich die Fähre nach Auckland, von wo aus ich den Bus zum Airport nahm. Ich brachte wieder 31 kg Gepäck auf die Waage und hatte nochmals 10 kg Handgepäck mit dabei. Glücklicherweise hatte ich diesmal kein Problem damit. Die Wartezeit verbrachte ich mit Briefe schreiben und Schmuggelware kaufen. Um 15:50 Uhr hob mein Flugzeug vom neuseeländischen Boden ab.
So. 16.02.1992 (131. Tag), Great Barrier Island - Auckland
Heute wollte ich nochmals etwas erleben, so zog ich kurz nach 10 Uhr mit vollgepacktem Rucksack los. Ich lief einen Hügel hoch, von dem ich einen Ausblick auf die beiden Küsten hatte sowie auf die Coromandel Halbinsel. Ich verweilte dort ca. eine halbe Stunde, lag im Gras, hörte Radio und genoss den letzten Sonnenschein des Neuseeland Sommers. Auf dem Weg zu Fuss zurück zum Schiffssteg, hielt ein Auto und die Leute boten mir an mitzufahren. Eigentlich hätte ich ja genug Zeit gehabt um zu Laufen, aber ich konnte dieses freundliche Angebot nicht abschlagen. Um 16 Uhr verliess ich mit dem Schiff die Great Barrier Insel, um wieder zurück nach Auckland zu gelangen. Die Entfernung beträgt ca. 80 km und die Fahrt war heute tausendmal angenehmer als am Freitag, da das Meer diesmal ruhig war. Während der Überfahrt erblickte ich sogar kurz Delphine.
Am Abend, wieder bei Thomsons, bereitete ich mich auf die Rückkehr in die Schweiz vor. Ich wusch den neuseeländischen Sand ab und entfernt die Bartstoppeln, die mich nochmals vor einem Sonnenbrand gerettet hatten. Am Abend zeigte ich nochmals meine Fotos denjenigen, die das Vergnügen noch nicht hatten. Interessiert wurden diese angeschaut. Ich fühlte mich wieder wohl in dieser Atmosphäre. Spät kroch ich nochmals, wohl für längere Zeit das letzte Mal, in den Schlafsack. Zum letzten Mal auch erduldete ich die Mücken, die nochmals zustachen.
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Sa. 15.02.1992 (130. Tag), Great Barrier Island
Nachdem ich aufgestanden bin, konnte ich in eine freigewordene Kabine ziehen. Die Hotelbesitzer waren im Übrigen am Morgen ganz vorbildlich und vermieten in der Küche nebenan jeden Lärm solange wir noch im Bett waren. Der Himmel war bewölkt, es war jedoch nicht zwingend schlechtes Wetter wie gemeldet. Ein paar Sonnenstrahlen versuchten die Insel zu erwärmen, für mich das Zeichen, den Rucksack zu packen. Ich wollte zu den Sandstränden an der Ostküste. Dies dauerte eine gute Stunde und führte über einen kleinen Pass, der mich zur Oruawharo Bay brachte. Ein weiter Sandstrand und kein Mensch war da. Ich lief noch weiter dem Kaitoke Beach entlang, bis ich an dessen Ende kam und Mittagsrast machte. Inzwischen schien meist die Sonne. Dann zog ich meine Schuhe aus und lief barfuss dem Strand entlang zurück. Es war toll die Weite des Strandes und das Heranpreschen der Wellen zu beobachten. Wieder lag eine grenzenlose Freiheit vor mir die mich vergessen liess, dass ich in 48 Stunden Neuseeland verlassen werde. Ich holte mir heute vermutlich meinen letzten Sonnenbrand hier. Als ich den Pass hinauf lief der mich wieder auf die andere Seite brachte, merkte ich, dass es langsam in die Schinken ging und ich sah vor mir ein kühles Getränk und ein Snickers warten. Zu erwähnen ist noch, dass es trotz Bewölkung ca. 25°C warm war. Kaum in der Unterkunft angekommen fing es dann aber an zu regnen. Eine Dusche war mein Jungbrunnen, bevor ich mein Abendessen zubereitete. Dann legte ich mich aufs Bett und hörte fast 2 Stunden Musik. Bei einem Tee machte ich mich wieder hinter das Tagebuchschreiben, ehe mich kurz vor 21:00 Uhr der Sonnenuntergang unterbrach. Ich war nur wenige Minuten zu spät um noch Fotos machen zu können mit genügend Licht. Nichtsdestotrotz verfolgte ich den Untergang vom Auge. Es war toll, die Wolken die noch höher am Himmel standen waren orange-rot gemustert, das Meer glänzte und Schiffe lagen ruhig in der Bucht vor Anker. Eine Stimmung, die einem hätte sentimental machen können.
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Fr. 14.02.1992 (129. Tag), Auckland - Great Barrier Island
Valentinstag. Glücklicherweise regnete es am Morgen noch nicht und ich konnte mein Zelt trocken abbrechen. Nach dem Morgenessen machte noch einen Telefonanruf nach Hause um mitzuteilen, dass ich am Dienstag wie vorgesehen heim komme. Den restlichen Morgen sowie der frühe Nachmittag hatte ich nun noch vor mir, ehe es auf die Great Barrier Insel ging. In dieser Zwischenzeit hörte ich mir meine gekauften CD‘s an und fing an zu packen, respektiv Ware zu entsorgen. Der ganze Plunder reduzierte sich dann - mindestens volumenmässig. Um 15 Uhr verliess ich das Haus und ging in Devenport noch Food einkaufen, ehe es in die City ging. Um 17:30 Uhr hätte dann das Boot loslegen sollen, doch es gab noch irgendeine Panne, was die Abfahrt um eine halbe Stunde verzögerte. Dafür gab es dann aber Freibier rsp. -wein. Wie es sich dann herausstellte, war es von Vorteil, wenn man von diesem Angebot Gebrauch gemacht hatte. Der «Jet Rider» war ein normales Boot, d.h. kein Katamaran, und das Meer war ziemlich rauh. Anfänglich sass ich im vorderen Teil des Bootes und fand es lustig, wenn das Boot über die Wellen bretterte. Doch das wurde immer heftiger und die Fahrt würde knapp 2 Stunden dauern. Da zog ich es vor, etwas weiter hinten zu sitzen, wo das Boot nicht mehr so stark auf den Wellen aufschlug. Inzwischen war es meinem Magen nicht mehr so wohl und ich musste aus dem Fenster schauen, um einen fixen Horizont zu haben. Sonst wäre es mir wahrscheinlich kotzübel geworden. Man, der Flug in Tekapo war kein Vergleich mit dem, was ich hier gerade erlebe! Als ich mich zu den hintersten Sitzreihen begeben wollte, krachte es gerade wieder so richtig, als ich im Gang Stand. Ich konnte mich gerade mit aller Mühe noch an den Sitzen halten, fühlte mich jedoch völlig schwerelos! Entweder war an der Schiffsbar jetzt nichts mehr los weil sich die Leute an den Sitzen festklammerten oder der Umsatz stieg gerade ums x-fache weil sich die Leute betäuben. In den hintersten Sitzreihen angekommen war es dann ein bisschen angenehmer. Allerdings zog ich es später vor, an die frische Luft nach draussen zu gehen. So setzte ich mich dann im Schiffsende nieder. Von da an ging es mir wieder gut und der Horizont quer zur Schiffsachse war auch stabiler. Nach nicht ganz 2 Stunden erreichten wir dann in Great Barrier und ein Sonnenuntergang zeigte uns, dass es Nacht wird als wir an Land gingen. Vom Hafen brachte uns ein Bus zum ca. 6 km entfernten YHA. Das Ganze fing dann ganz gut an, den zuerst hatte ich ein ganzes Zimmer für mich. Dann kam dann noch ein Australischer dazu. Kein Problem, es war ja genug Platz vorhanden. Dann mussten wir aber einem Paar weichen. Schlussendlich landeten wir im Schlafzimmer der Besitzer des YHA und diese schliefen diese Nacht am Boden, wie ich am anderen Morgen erfuhr. Diese Leute waren recht freundlich und die Zügelei war mir eigentlich egal. Als quasi Entschädigung kriegen wir ein Glas Weisswein. Zum Kochen hatte ich um 21:30 Uhr keine Lust mehr und eigentlich auch keinen Hunger. Eine Suppe, ein Tee und der Rest vom Keks füllten meinen Bauch.
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Do. 13.02.1992 (128. Tag), Auckland
Nachdem ich nochmals in den Genuss kam zu zelten, stand ich gleichwohl vor 8 Uhr auf. Ich wollte noch das Auto waschen bevor ich es zurückgab, um nicht noch mit Reinigungskosten belastet zu werden. Kurz vor 11 Uhr übergab ich dann das Auto, bekam noch die Kostenrückerstattung für das Öl und vernichtete den Bondcheck, dann war das Geschäft gelaufen. Von den $300 Rabatt hat niemand was gemerkt. Dann ging es zu Fuss weiter zur Dominion School, weil sie dort vielleicht schon etwas von dem First Examen wussten, was jedoch nicht der Fall war. Anschliessend ging es in die City, um noch das „förige“Geld loszuwerden. Zuerst liess ich noch den Film vom Tongariro Nationalpark entwickeln, kaufte mir noch CS‘s und einen kleinen Rucksack sowie ein paar Neuseeland T-Shirts. Schlussendlich buchte ich noch bei Fuller einen Trip zur Great Barrier Island. Fazit von diesen 3 Stunden: $300 ärmer als zuvor. Allerdings waren dies meine letzten Ausgaben, habe ich nun doch alles was ich noch wollte. Als ich nach Davenport zurückkam, ging ich noch kurz an den Strand, um mich abzukühlen. Vielleicht war dies das letzte Bad im Meer für längere Zeit. Langsam wird es mir wieder unwohl beim Packen, ich fürchte viel leichter wird mein Gepäck nicht werden!
Mi. 12.02.1992 (127. Tag), Tongariro NP - Auckland
Am Morgen nahm ich es noch gemütlich mit Aufstehen und Packen. Natürlich herrschte schönstes Wetter bei der Abreise und es wurde noch ein heisser Tag. In Taurangi machte ich noch einen kurzen Stopp, brachte 3 Filme auf die Post und versuchte vergeblich noch einen Teelöffel vom Tongariro Nationalpark zu erstehen. Weiter ging es dann nach Taupo. Die Vulkanberge waren noch gut zu sehen am anderen Ende des Lake Taupo. Ganz in der Nähe von Taupo befindet sich ein geothermisches Kraftwerk, welchem ich noch einen kurzen Besuch abstattete. Allzu viel war eigentlich zwar nicht zu sehen, bloss das Gebiet in dem der Naturdampf abgezapft wird sowie einen kurzen Videofilm im Information-Center. Danach standen wir noch knapp 300 km nach Auckland bevor. Unterwegs rief ich noch bei Thompsons an um mich wegen der Unterkunft zu erkundigen. Das Haus war bereits voll (3 Studenten) und am Abend wird die Fionas Geburtstagsparty abgehalten. Ich sei jedoch herzlich willkommen, hätte jedoch im Zelt zu schlafen, was kein Problem für mich war. Nach 18:00 Uhr erreicht ich Devenport. Alles sah so vertraut aus, es kam mir vor, als hätte ich Auckland erst gerade gestern verlassen! Ein kühles Bier und eine Dusche vor der BBQ liessen mich wieder Jahre jünger fühlen. Danach hatte ich natürlich von meinem Reise Abenteuer zu erzählen.
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Di. 11.02.1992 (126. Tag), Tongariro NP
Um 8 Uhr fuhr ich los bis zum Strassenende die nach Mangatetopo führt. Von dort aus ging es dann für mich zu Fuss weiter, während jemand vom Camp mein Auto wieder zurück fuhr. Blauer Himmel und Sonnenschein begleiteten mich. Eigentlich ist es recht ödes Gebiet, durch welches der Weg führt: eine STeinwüste. Allerdings waren es Lavasteine hier im Vulkangebiet und dies machte die Sache wieder interessant. Nach 1¼ Std. erreichte ich den Sattel vor dem South Crater, von wo aus dem Weg zum Mt. Ngauruhoe hinaufführt. Der Ausdruck „Weg“ ist allerdings ein bisschen übertrieben, führt doch eine Geröllhalde 700 Meter aufwärts zum Vulkan. Die Zeitangabe war mit 2 Std. vorgegeben, ich schaffte es in der Hälfte. Was mich dann auf dem Gipfel erwartete war wirklich vom feinsten. Zuerst lief ich dem äußeren Kraterrand entlang, welcher einen wunderbaren Blick zu den Tama Lakes und der Mount Ruapehu bot. Dann ging es weiter zum inneren Krater, dem eigentlichen Vulkankrater. Es war faszinierend einem richtigen, noch aktiven Vulkan in den Krater zu schauen. Unterhalb des Gipfels bildeten sich Wolken und hatte den Eindruck, man sei sei auf 5000 Meter Höhe. Die ganze Szenerie war toll. Auch bot sich ein toller Blick auf die Umgebung. Was mir in Stratford verwehrt blieb, einen Blick auf den Mt. Egmont, offenbarte sich mir hier. Dieser Mt. Egmont war also auf eine Distanz von 120 Kilometer zu sehen. Ich liess mir sagen, dass man von hier aus bei ganz gutem Wetter sogar bis auf die Südinsel sieht, 300 Kilometer weit! Ich verharrte über eine Stunde auf den Gipfel und genoss diesen Moment. Inzwischen haben sich aber Wolken entwickelt und um den Mt. Ngauruhoe umhüllt. Der Abstieg war eine kurzes Sache. Ich überwand die 700 Meter in einer Viertelstunde! Ich sprang förmlich das feine Geröllfeld hinunter, das sicher ein Gefäll von 100% hatte! Vorbei rsp. über den South Crater ging's dann weiter bergwärts Richtung Red Crater. Doch bevor ich den Red Grad erreichte, bog wieder ein Weg ab, der mich zum 1961 Meter hohen zu hohen Mt. Tongariro brachte. Dieser Gipfel war eigentlich nicht so umwerfend, gehört fortan aber zu meinen „Trophäen“. Zurück gings den gleichen Weg und so gelangte ich wieder zurück zum Red Crater, der seinen Namen nicht von irgendwoher hat. Im Übrigen ist dieser Krater noch immer aktiv. Wenn man dieses Gebiet so überblickt, könnte man eigentlich meinen man sei auf dem Mond: Krater und Steinfelder ringsherum. Kurz nach dem Red Crater lagen die Emerald Lakes in einer Ebene. Drei kleine Seen, die vor allem durch ihre Farbe und Klarheit des Wassers bestochen. Es ist wahnsinnig, wie viele Impressionen man hier zu Auge bekommt. So auch für die Kamera, ich hatte heute wieder mal richtig den Knipser und ein Film genügte nicht! Die Wolken hatten sich wieder aufgelöst noch bevor ich den Red Crater durchlief, der jedoch völlig flach war, und zur Linken den North Crater. Unglaublich was für Kräfte hier einmal frei geworden sind als die Vulkane explodierten. Schlussendlich zum erreichte ich den Blue Lake, von wo aus es langsam wieder abwärts ging. Nachdem ich diesen Lake passierte, wurde die Gegend wieder „normal“, d.h. Gras und Büsche bedeckten den Boden. Ein Blick zum Lake Rotoaria und Lake Taupo offenbarte sich während des Abstiegs, der vorbei an der Ketethai Hut führte. Kurz vor 17 Uhr erreicht ich den Parkplatz und somit das Trackende. Hätte ich die Gesamtzeit meines Walks zusammengezählt, käme ich auf 11 - 12 Std. Unterwegs war ich allerdings bloss 8½ Std. wovon ca. 7 Std. Marschzeit war. Eigentlich rechnete ich damit, vom Parkplatz die 6 km bis zum Motorcamp noch zu Fuss zurücklegen zu müssen, doch auf dem Parkplatz stand ein Taxi Shuttle. Ich versuchte mein Glück, da ich ja nicht unbedingt scharf war, diese letzten Kilometer der Strasse entlang zu laufen. Doch der Bus war offenbar schon voll und so nahm ich den Weg wieder unter die Füsse. Beim Passieren auf der Hauptstrasse hielt der Bus jedoch und nahm mich mit, da man noch einen Platz frei machen konnte. Der heutige Tag hatte mich erfüllt und nun bin ich auch bereit, nach Auckland zurückzufahren.
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UnterwegsDort oben war ich heute schon!Mt. Tongariro (1978 m)
Mo. 10.02.1992 (125. Tag), Tongariro NP
Als ich nach 07:30 Uhr aufgewacht bin und einen Blick nach draussen warf, war kein Wölkchen am Himmel zu sehen. Innert kürzester Zeit bin ich aufgestanden und habe mich bereit gemacht um in den Nationalpark zu gehen und dort eine Tour zu unternehmen. Ich hatte mir vorgenommen zu den Tama Lakes zu laufen, eine Tour die mit 5 - 6 Std. angegeben war. Auf dem Visiter Center sah ich jedoch den Wetterbericht der besagte, Regenentwicklung am Nachmittag oder abends. Nichts von Thunderstorms wie gestern im Fernsehen angekündigt. Warum denn nicht gleich den Mt. Ngauruhoe besteigen fragte ich mich? Wohl würde das gegen die 8 Std. dauern, weil ich vom Wakapapa Village loslegen würde, aber was solls. Also machte ich mich auf den Weg. In der Ferne sah ich die Wolken näherkommen. Nach ca. 10 Min. entschied ich mich nun doch nicht auf den Mt. Ngauruhoe zu steigen sondern zu den Tama Lakes zu laufen. Ein paar Minuten später war der Mt. Ngauruhoe im Nebel, wie auch der Mt. Tongariro. Allerdings präsentierte sich der Mt. Ruapehu mit seiner Schneekappe fantastisch. Der Weg war schön, obwohl er nur durch üppiges Vulkangebiet führte. Noch 1 ½ Std. erreicht ich den Upper Tama Lake, der sich noch knapp aus dem Nebel halten konnte. Den anderen Lake wollte ich natürlich auch noch sehen und folgte den weissen Weg-Posten in den Nebel. Kurz darauf und etwas höher erreichte ich mein Ziel. Die Wasseroberfläche glitzerte. Von nirgendwo her musste Sonnenlicht einfallen, denn 10 Meter über der Seeoberfläche war dichter Nebel. Es war eine faszinierende Stimmung die sich mit bot. Ich setze mich hin und trank noch etwas als sich der Nebel leicht auflöste. Ich verharrte dort und nach ca. einer Stunde war der Nebel völlig verschwunden. Ausser dem Gipfel des Mt. Ngauruhoe, der den ganzen Tag verhüllt blieb. Ansonsten blauer Himmel und Sonnenschein, was einen Weitblick in die Landschaft ermöglichte. Ich hörte Musik vom Radio, genoss die Wärme von der Sonne und entspannte mich. Ich fühlte mich frei, die Freiheit die mir die Berge vermittelten. Nach etwa 2 Std. Rast machte ich mich auf den Rückweg, da der Wind nun stärker zu blasen anfing. Vorbei am Taranaki-Fall erreichte ich um zirka 15:00 Uhr das Chateau wieder. Der Missmut der letzten Tage ist verschwunden, nachdem ich endlich wieder etwas unternehmen und erleben konnte. Als ich am Morgen zu den Tama Lakes lief und den schneebedeckten Mount Ruapehu sah, juckte es mich diesen Berg auch noch zu erklimmen. Was allerdings dagegen sprach waren meine kaputten Bergschuhe und die verbleibende Zeit, da ich am Mittwoch in Auckland sein will.
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So. 09.02.1992 (124. Tag), Tongariro NP
Heute machte ich mir einen richtigen lazy day. Angefangen damit habe ich, als ich erst nach 9 Uhr aufstand. Ich buchte die Unterkunft gleich noch für für 2 weitere Nächte, da es keinen Wert hat, woandershin zu fahren und ich des Fahrens langsam überdrüssig bin. So las ich nach der Morgenessen erstmal gemütlich die Zeitung. Neues habe ich zwar nicht erfahren, aber zu lesen gab es doch einiges. Anschliessend ging ich noch einmal meine Post durch, die ich in den letzten 4 Monaten erhalten hatte. Daraufhin schrieb ich noch einen Brief. Die restliche Zeit verbrachte ich mit Studieren von Reisezielen, die ich hier in Neuseeland noch besuchen will. Allerdings gibt es da nicht mehr viel. Das Einzige, was ich unbedingt noch machen will, ist das Tongariro Crossing. Dies allerdings wahrscheinlich erst am Dienstag, da für Morgen Gewitter angesagt sind.
Sa. 08.02.1992 (123. Tag), Waitomo - Tongariro NP
Zusammen mit 10 anderen Personen stand ich um 7:30 Uhr vor dem Visitor Center fürs Back Water Rafting. Als erstes bekamen wir Nassanzüge sowie Helm mit Lampe. Nachdem wir unsere Bodies in die körperbetonten Anzüge zwängten, fuhren wir los um in die nahegelegene Höhe zu kommen. Unterwegs dorthin gab es aber noch einen Stopp, wo wird die Schwimmringe bekamen. Dort mussten wir uns auch einem „Test“ unterziehen, der darin bestand, mit dem Ring am Hintern 3 Meter tief in das Wasser zu springen. Dies als Hauptprobe für den Wasserfall. So kamen wir schlussendlich in die Höhle. Am Anfang mussten wir uns zu Fuss durch einen schmalen niedrigen Stollen zwängen. Dann wurde die Höhle so niedrig, dass wir uns bäuchlings auf den Ring legen mussten, um durch diese Passage zu schwimmen. Nach einer kurzen Weile gelangten wir zum Wasserfall, der aber bloss 1 ½ Meter tief war. Für jene, die noch mehr Spass und Abenteuer haben wollten, gab es eine kurze Kletterei die Wand hoch, von wo aus man aus ca. 3 Meter ins klare Nass springen konnte. Zu diesen Abenteurer gehörte natürlich auch meine Wenigkeit. Nachdem wir dieses Hindernis überwunden hatten, hängten wir uns aneinander und trieben mit ausgeschalteten Lichten der Strömung entlang. Was wir jetzt über uns an der Decke hängen sahen waren Tausende von Glühwürmchen, die wie LEDs leuchteten. Das war toll. An einer Stelle trieben wir durch einen Stollen, durch welchen aus 70 Meter Höhe Tageslicht eindrang. Wir waren vielleicht etwas mehr als eine Stunde in der Höhle gewesen, als wir den Ausgang erreichten. Wieder zurück, konnten wir alle eine heisse Dusche geniessen und das Innere mit einer warmen Suppe aufwärmen. Es war 11 Uhr als ich wieder auf dem Campingplatz eintraf. Ich musste nun noch mein Zelt abräumen. Da dieses am Morgenfrüh noch völlig nass war von der Feuchtigkeit, hatte ich es stehen lassen. Mir stand nun noch die Fahrt zum Tongariro Nationalpark bevor. Im Tongariro Chateau ging ich aufs Visitor Center um mich mit Informationen und Karten zu versorgen. Das Tongariro Crossing kann ich für morgen vergessen, melde doch der Wetterbericht schlechtes Wetter. Schon jetzt war keiner der 3 Vulkangipfel mehr zu sehen. Sie steckten alle in den Wolken, obwohl das Wetter nicht allzu schlecht war. Da es in Whakapapa keine bezahlbaren Unterkünfte gab, fuhr ich noch etwas weiter, um eine Bleibe zu finden.
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Fr. 07.02.1992 (122. Tag), Stratford - Waitomo
Die Blicke zum Mt. Egmont blieben wir auch heute verwehrt. Der Berg hüllte sich noch immer in Wolken. Dies hat mich schon ein bisschen gewurmt, ich hätte mir den Abstecher hierher ersparen können. Wenigstens hatte ich wieder gut und lange geschlafen. Da die Betten wieder zu kurz waren, legte ich mir eine Matratze auf den Boden wie ich es schon gestern getan hatte. Die heutige Reise brachte mich nach Waitomo, wo ich für Morgen eine Back Water Rafting Tour gebucht hatte. Allerdings werde ich dazu wieder früh aus dem Zelt kriechen, geht doch dieses Abenteuer bereits um 7:30 Uhr los, da es sonst keine freien Plätze mehr hatte. Ich war bereits um 16 Uhr in Waitomo angekommen und hatte somit noch viel Zeit heute Abend. Es ist sehr still geworden um mich herum, niemand mit dem man diskutieren kann, niemand mit dem man etwas anstellen kann. Am Morgen hatte ich noch die Singapur Airlines angerufen, um meinen Rückflug bestätigen zu lassen. An den Abflugzeiten hat sich nichts geändert. Ich kochte wieder allein, dennoch genoss ich das Abendessen. Meine Stimmung hatte sich wieder etwas gebessert. Was mir momentan auch nicht gefällt ist das viele Autofahren in den letzten Tagen. Es ist wieder an der Zeit den Wagen stehen zu lassen und etwas zu erleben.
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Do. 06.02.1992 (121. Tag), Wellington - Stratford
Waitangi Day. Ich hatte erst gestern erfahren, dass heute ein Feiertag ist und demzufolge die Läden geschlossen blieben. Auf jeden Fall habe ich seit längerem wieder einmal länger geschlafen, was guttat. Als ich am Morgen das Camp verliess, fuhr ich doch nochmals nach Wellington um noch ein paar Dias von der Stadt zu machen. So kam es, dass ich erst kurz vor dem Mittag weiter Richtung Norden losfuhr. Ich hoffte, dass ich den Mount Egmont zu sehen bekomme. Daraus wurde leider nichts. Je weiter ich nordwärts fuhr, desto schlechter wurde das Wetter. Kurz vor dem Berg fing es dann an zu regnen und Wolken verhüllten sich Sicht. Heute war also wieder nichts mit zelten. In Stratford nahm ich eine Backpackers Cabin. Platz hat es dort für 10 Nasen, doch ich hatte für 7 NS die ganze Cabin für mich alleine! Ich schrieb noch einen letzten Brief nach Hause mit den Souvernier-Löffeln und Gisela noch eine „schöne“ Karte von Wellington.
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Mi. 05.02.1992 (120. Tag), Nelson - Wellington
Es wird immer früher mit Aufstehen. Rasselte doch der Wecker bereits um 5:40 Uhr! In den letzten paar Tagen hatte ich nicht so viel geschlafen, was sich nun bemerkbar machte. Uns stand also der Tag der Scheidung bevor. Ich begleitete Gisela noch zum Visit Center, wo um 07:35 Uhr ihr Bus zum „Abel Tasman Track“ losfuhr. Ich begleite Sie noch bis dorthin. Der Abschied war nicht ganz leicht. Wir hatten eine tolle Zeit zusammen, ich werde Sie auf jeden Fall vermissen.
Mit einer innerlichen Leere packe ich dann auch meine Sachen wieder und fuhr um 8 Uhr in Nelson ab. Bis Picton waren es 2 Stunden Fahrt. Ich nutzte die verbleibende Zeit dort und ging noch schnell zu einem Coiffeur, der mir für 12 N$ den Skalp leichter machte. Draussen regnet es und ich setzte mich in ein Café und schrieb Briefe. Es war 14:20 Uhr, als die Fähre den Hafen Richtung Nordinsel verliess. Von Wellington wusste ich nichts mehr haben, so fuhr ich gleich nach Lower Hut hat und nahm ihr dort eine Cabin. Auf dem Camping traf ich ein paar Schweizer, mit denen ich noch länger schwatzte. So wurde es wieder einiges später als vorgenommen.
Di. 04.02.1992 (119. Tag), Nelson
Um 6:30 Uhr weckte mich das schlafraubende Geräusch eines Weckers aus meinem Engelsschlaf. Um 8 Uhr wollte der Typ vom Rafting vorbeikommen, um uns abzuholen. Wir hatten gerade das Zelt versorgt als es genau 8 Uhr war und Don erschien. Wir fuhren ihm mit dem eigenen Auto nach, da wir nach dem Mittag zurück mussten um noch einiges erledigen zu können. Sonst hätten wir Day-Trip gebucht. Wir fuhren wieder zum Lake Rotorua. Dort startete das Abenteuer, nachdem wir die Nassanzüge übergestülpt hatten. Der erste Teil bis am Mittag dauerte 2 Stunden und führte bis zur Gowan Bridge. Dort hätte unser Trip eigentlich aufgehört. Doch Don, unser Bootsführer, sagte, wir sollen doch nach dem Mittag eine ½ Stunde weiter raften, da nun der interessantere Teil der Strecke bevorstehe mit richtigen Stromschnellen. So blieben wir also noch. Es hatte sich wirklich gelohnt zu bleiben, jetzt gab es richtige Action. Nachdem wir die anspruchsvolle Passage hinter uns gebracht hatten, das Boot war übrigens randvoll mit Wasser, rafteten wir diese Stelle noch ein zweites mal. Dazu trugen wir das Boot am Land nochmals einige Meter flussaufwärts. Auch das zweite Mal war wieder voll Action, doch fiel diesmal ein Mann über Bord, den wir allerdings noch halten konnten. Für uns war dies dann das endgültige Ende und wir stiegen aus dem Boot. Wir waren happy, diesen Teil noch mitgemacht zu haben. Wir hatten heute viel Spass, was auch an Don lag, der alle mitriss und begeisterte. Für die zusätzliche Strecke brauchten wir auch nichts zu bezahlen, der Preis war wie gestern abgemacht 50 N$. Wieder in Nelson erledigen wir noch ein paar Sachen. Ich liess noch einen Film entwickeln. Die Abzüge waren aber qualitativ sack schwach, dafür aber waren die Motive umso besser. Da wir im Tasman Tower kein Zimmer kriegten mussten wir mit dem Pavlova vorliebnehmen. Gisela hatte heute am Abend noch ihren Plunder, da sich unsere Wege morgen wieder trennen werden. Da wir erst nach 21 Uhr zu Abend assen wurde es Mittwoch, bis wir ins Bett kamen.
Geschafft!
Mo. 03.02.1992 (118. Tag), Punakaiki - Nelson
Am Morgen war unser Zelt von zwei Seiten nass. Aussen von einem heftigen Regen in der Nacht und innen vom Dampf. Glücklicherweise besserte sich das Wetter und wir konnten das Zelt trocken einpacken. Vor Westport besuchten wir eine Seal Kolonie. Dann ging's weiter Richtung Nelson. Wir wollten vor 17 Uhr dort sein, um noch auf die Post gehen zu können. Das hielt uns aber nicht davon ab, noch einen kurzen Abstecher zum Lake Rotoroa zu machen. Mrs. Thomsen sowie Jo, Giselas Hostmother, schwärmten davon. Na ja, idyllisch war es schon, aber es konnte uns nicht aus den Socken haben. Um 16:30 Uhr erreichten wir dann Nelson, eigentlich früh genug um Einkäufe zu erledigen. Allerdings war es ein Flop. Was wir nicht wussten war, dass heute „Nelson‘s Anniversari“ war und die Geschäfte deswegen geschlossen blieben. Nachdem wir unseren Campingplatz gefunden hatten, ohne Hilfe von einem Shopverkäufer hätten wir es nicht geschafft, war es bereits 19:00 Uhr
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So. 02.02.1992 (117. Tag), Greymouth - Punakaiki
Einmal mehr hatten wir ein Riesenglück. Als wir zu den Pancakes gelangten war gerade High Tide (Flut) und der Wind blies von Westen her. Genau die Bedingung, um die „Blowholes“ in Action zu erleben. In der Tat, das Wasser schoss richtig in die Höhe wenn die Wellen an die Küste schlugen. Es war faszinierend diesem Vorgang zuzuschauen. Die Sonne schien wieder und wenn das Wasser in die Höhe schoss, bildete sich jeweils ein Regenbogen! Es war richtig toll.
Nach dem Mittag mieteten wir Kanus, um einen nahen Fluss hinauf zu paddeln. Diesen Tipp bekam ich von ein paar Schweizer, die ich Akaroa getroffen hatte. Die Szenerie dem Bullock Creek entlang war ebenso schön wie grossartig. Für 3 Stunden haben wir Kanus gemietet und paddelten der Strömung entgegen. Nach einer Weile und nachdem wir kleinere Schwierigkeiten mühelos überwunden hatten, gelangten wir zu einer Art Flusstreppe. Die Strömung war relativ stark und ich wollte das Boot nicht über diese Stelle schleppen. In Gedanken sah ich bereits dem Weg, um dieses Hindernis zu überwinden. Von einer Stelle aus wo kaum Strömung war wollte ich das Hindernis quer umpaddeln. So paddelte ich mit Anlauf quer auf die Strömung zu um an das andere Ufer zu gelangen. Dann geschah es: Als ich in die Strömung fuhr kippte das Kanu und ich tauchte vollkommen im Wasser unter, so tief war diese Stelle. Wieder an der Oberfläche waren meine Gedanken beim Container, welchen ich im Boot hatte mit den Fotoapparaten drin. Ich zog diesen aus dem gekippten und mit Wasser gefüllten Kanu und schwamm ans Ufer. Paddel und Kanu trieben in der Strömung. Gisela lag noch etwas zurück als ich kenterte. Als sie das gekippte Kanu im Wasser sah, glaubte sie zuerst, ich mache einen Scherz, bis meine pinkfarbene Kappe aus dem Wasser auftauchte, die ich immer noch auf hatte. Sie fischte dann das Kanu an eine seichte Stelle. Das Resultat war: Ich vollkommen nass, sie teilweise aber die Fotoapparate blieben trocken und unversehrt. Jetzt musste ich über mein Missgeschick lachen. Einige Meter flussaufwärts setzen wir uns dann ans Ufer und hängten unsere nasse Kleider zum Trocknen auf. Noch einem knapp stündigen Sonnenbad liessen wir uns dann wieder flussabwärts treiben, eingebettet in einem grünen Tal. Es war ein wunderschöner Tag gewesen denn wir erlebt hatten. In Punakaiki schlugen wir dann das Zelt auf und erledigten nochmals eine Ladung Wäsche. Der Himmel hatte sich wieder bewölkt, auch hatte es bereits einmal kurz geregnet. Die Aussicht auf einen Sonnenuntergang sank damit auf ein Minimum.
Zielort
Mit dem Kanu den Bullock Creek raufDie verhängisvolle SchlüsselstelleTrockenpause
Sa. 01.02.1992 (116. Tag), Franz Josef - Greymouth
Es goss draussen in Strömen aus wir aufwachten. Auf der Wiese vor unserer Cabin hatte sich schon ein See gebildet. Wir verliessen um 10 Uhr Franz Josef. Die Umgebung mit dem Gletscher hatten wir bereits gestern gesehen. Aufgrund der „meteorologischen Umständen“ wollten wir eigentlich in Punakaiki, bei den Pancakes, eine Cabin buchen. Wie wir jedoch feststellen mussten, war alles schon ausgebucht. So unterbrachen wir unsere Reise in Greymouth. Vorher hatten wir noch Shantytown besucht, eine nachgebaute Goldgräberstadt. Für mich war dies allerdings schon der zweite Besuch. In Greymouth hatten wir eine gute Unterkunft und da wir zeitig dort waren schiebe ich noch ein paar Briefe. Allerdings wurde ich erst nach Mitternacht damit fertig, da wir am Abend noch längere interessante Gespräche führten.
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Fr. 31.01.1992 (115. Tag), Fox Glacier Township - Franz Josef
Um 6 Uhr rasselte der Wecker. Wir nicht bloss wegen lustig so früh auf, das Ziel war der Lake Matheson und dies mit nüchternem im Magen. Der Abstecher musste verdient werden. Wieder durfte ich das Auto anstossen, da die Batterie sich völlig in Gruppe unkooperativ verhielt. Es war nicht das letzte Mal heute, übte diesen Sport noch weitere 3 Mal aus. Die Temperatur war saukalt und Bodennebel lag über den Wiesen. Aber kein Wölkchen stand am Himmel und kein Windchen bliss. Die Bergen spiegelten sich wunderbar auf der Seeoberfläche. Es war eine total idyllische Stimmung.
Nach dem Morgenessen fuhren wir zum Franz Josef Glacier, wo wir um 10 Uhr bei schönstem Wetter den Alex Knob Walk unter die Füsse nahmen. Der Weg führt der meist durch Regenwald. Nach einer Stunde zogen Wolken auf und bedeckten den Himmel. Wir liessen uns nicht irritieren und stiegen weiter hoch. 4 Stunden hätten wir laut Zeitangabe haben sollen, aber wir schafften es in 2 ¾ Stunden. Die Sicht in die Berge und auf den Gletscher war noch verdeckt, versprach aber besser zu werden. Nach dem Verzehr des Lunches präsentierte sich ein toller Anblick in die vor uns liegende Bergwelt. Wir verweilten eineinhalb Stunden auf dem Gipfel, relaxen und genossen die Aussicht. Den Aufstieg hatte sich gelohnt. Wieder zurück beim Auto durfte ich noch mich ein weiters Mal sportlich betätigen und den Wagen anschieben. Genug ist genug. Nachdem wir die Unterkunft gebucht hatten fuhr ich mit dem Auto in eine Garage. Es war bereits 16:50 Uhr und in 10 Minuten wollte der Garagist das bevorstehende Wochenende antreten. Daraus wurde jedoch nichts. Das Auto müsse eine neue Batterie haben, hiess es. Nachdem ich mit dem Vermieter Kontakt aufgenommen hatte, wurde die Batterie ersetzt.
Im Übrigen stellte ich mit Schrecken fest, dass ich mich am nächsten Woche Mittwoch bereits wieder auf die Nordinsel begeben werde!
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Do. 30.01.1992 (114. Tag), Wanaka - Fox Glacier Township
Morgenstund ist ungesund. Mindestens das Auto hält sich an diese Devise denn als ich den Motor anlassen wollte verabschiedete sich gleich die Batterie. Warum war mir unverständlich, es sei denn, es sei wegen des „Batteriewassers“. Mit vereinten Kräften konnten wir das Auto anstossen. Über den Hast Pass, das Wort Pass ist vielleicht etwas übertrieben, gelangten wir an die Westküste. Unterwegs passierten wir viele Hinweisschilder zu „… - Falls“. Aber davon sind wir inzwischen geheilt. Beim Fox Glacier angekommen warfen wir noch einmal kurz einen Blick auf die Eismassen. Bewegung hatten wir heute noch nicht allzu viel, so machen wir uns auf für einen Spaziergang um den Lake Matheson, wo die berühmten Spiegelungen zu sehen sind bei entsprechendem Wetter. Heute herrschte jedoch kein Postkartenwetter, aber der Anblick war dennoch ein paar Bilder wert.
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Mi. 29.01.1992 (113. Tag), Te Anau - Wanaka
Unsere Reise geht nordwärts weiter. Bevor wird das Camp verliessen, telefonierte ich nach Hause. Der Tag war ein Reisetag geplant ohne Besonderheiten. De Strecke die mir zu fahren hatten kannten wir bereits, da wir von ein paar Tagen bereits südwärts gefahren sind. So kamen wir auch nochmals in Queenstown vorbei, wo wir ein paar Kleinigkeiten erledigen und uns eine Kaffeepause gönnten. Ein Abstecher auf einen Hügel mit Sicht auf Queenstown ging in die Hosen, da wir den Weg nicht fanden. Um 17 Uhr erreichen wir Wanaka. Das erste Camp welches wir ansteuerten machte keine guten Eindruck, so dass wir uns an einem anderen Ort niederliessen. Da das Wetter schön wurde und trotz dem prophezeiten Regen schlugen wir wieder einmal das Zelt auf. Diese Nacht werde ich wohl wieder auf dem harten Boden der Realität verbringen. Nach dem Nachtessen unternahmen wir einen kurzen Spaziergang zum See, wo wird eine schöne Abendstimmung genossen. In einem nahegelegenen Restaurant gönnten wir uns einen Irish Coffee und plauderten ehe wir in der Dunkelheit zum Camp zurückkehrten. Igel leisten uns auf dem Rückweg Gesellschaft. Was mich etwas beunruhigt ist der Sternenhimmel. Denn jedes Mal wenn dieser bisher zu sehen war, fing es am nächsten Morgen an zu regnen. Es war Mitternacht, als ich mich ins Zelt verkroch.
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Di. 28.01.1992 (112. Tag), Milford Sound - Te Anau
Der heutige Tag stand ganz im Zeichen der Regeneration, damit wir wieder fit in die Zivilisation zurückkehren und der Vorbereitung für die weitere Reise. Da wir keinen Grund für Eile hatten, konnten wir ausschlafen. Wir krochen ist um 8:45 Uhr aus den Schlafsäcken. Das Wetter war alles andere, als dass es ein Erlebnis auf dem Schiff versprach. Aber da wir gestern umgebucht hatten stand uns heute die Cruise bevor. Ein Bus holte uns in der Milford Lodge ab. Dafür war ich dankbar, hatte ich doch wirklich keinen Bock mehr heute mit dem Gepäck zum Ferry Terminal zu latschen um alles durchnässen zu lassen. Wir versuchten noch die Cruise zu annullieren. Doch daraus wurde nichts und so bestiegen wir eben das Schiff. Kurz nachdem wir loslegten, hörte der Regen auf, so dass wir uns aufs Oberdeck wagen konnten. Den „Mitre Peak“ konnten wir wegen den Wolken nicht sehen, dennoch war der Sound faszinierend. Die Berge im Sound fallen über 1000 Meter fast senkrecht ins Meer ab. Nach der Cruise brachte uns ein Bus zurück nach Te Anau. Wir waren die einzigen Fahrgäste auf der 2 Std. Fahrt. Nach der Ankunft gab es nun einiges zu erledigen. Zum Beispiel musste das Auto für die Weiterfahrt wieder auf Vordermann gebracht werden. Wieder brauchte es 2 Liter Motorenöl so wie Wasser für die Batterien. Ich traute meinen Augen nicht, als der Typ von der Garage Hahnenwasser in die Batterie einfühlte! Na ja, dachte ich mir, das wird wohl in Neuseeland so üblich sein? Zu guter Letzt gingen wir noch einkaufen, damit wir wieder einmal etwas Richtiges hinter die Kiemen schoppen konnten nach den letzten Tagen. Damit war die Arbeit jedoch noch nicht getan. Wieder auf dem Campingplatz, den wir schon im Vorgebucht hatten, mussten wir wieder Wäsche ob tun. Der Höhepunkt des Tages war kulinarisch und bestand in viel Gemüse und einem richtigen Stück Fleisch. Vom Silvester hatte ich noch eine Flasche Champagner, mit dem wir uns nach überstandenen Strapazen belohnten. So ging ein weiterer Tag spät zu Ende.
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Im Milford Sound
Mo. 27.01.1992 (111. Tag), Dumpling Hut - Milford Sound (Milford Track)
19 km | 5 1/2 Std. | Als ich aufwachte hörte ich von draussen her verdächtige Geräusche: Regen. Nachdem wir in den letzten 3 Tagen ideales Wetter hatten, kamen wir mindestens heute noch in Genuss von frischem Regenwasser, schließlich waren wir ja auch im Regenwald. Bereits um 8 Uhr verliessen wir die Hütte, da wir das Boot um 14 Uhr beim Sandfly Point auf keinen Fall verpassen durften. Die letzte Etappe war auch die längste und mit nicht ganz 19 Kilometer. Der Regen war glücklicherweise nicht allzu stark. Mir war es fast egal ob es nun regnete oder nicht, respektive mir machte der Regen heute nichts aus. Ich erblickte noch ein paar Wasserfälle, von der Höhe nicht vergleichbar mit den Sutherland-Falls, die auch ganz schön waren. Inzwischen hatte sich das Wetter geändert, es regnete nun bei Sonnenschein! Um 13:30 Uhr erreichen wir das Ziel: Sandfly Point. 54 Kilometer hatten wir seit Freitagnachmittag zurückgelegt. Ich war froh, dass die Bezeichnung des Ortes nicht ganz alle Ehre gemacht hatte. Die Sandflies waren gerade noch auszuhalten, doch habe ich schon andere Geschichten darüber zu hören bekommen. Beim Schild des Trackends waren viele Schuhe angebunden, aus Ausdruck der Freude über das Erreichen des Ziels und der ganzen Strapazen (?) Meine Schuhe hätte ich auch bald dazu binden können, löst sich doch die eine Sohle schon bedenklich. Mit dem Boot wurden wir von dort zum Milford Sound gefahren, wo wir eigentlich für 15 Uhr noch eine Schifffahrt im Sound gebucht hatten. Da der Mitre Peak jedoch stark bewölkt war und so auch das ganze restliche Gebirge, verschoben wir die Fahrt auf morgen und gingen gleich in die Unterkunft. Doch des Laufens nicht genug liefen wir nochmals ins Dorf zurück, um uns einen Kaffee servieren zu lassen. Wir befanden uns nach Tagen wieder in der Zivilisation. Diese hat auch noch anderes zu bieten, z.B. warme Duschen von der ich gerne Gebrauch machte. Allerdings hätte ich mich gerne noch ein paar Tage im Dschungel herumschlagen können. Es war ein komisches Gefühl nach 4 Tagen mitten in der Natur wieder in die Zivilisation zurückzukehren.
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So. 26.01.1992 (110. Tag), Mintaroa Hut - Dumpling Hut (Milford Track)
17 km | 6 1/2 Std. | Heute Morgen habe ich mich gefragt ob ich etwas falsch mache, als die ersten Leute schon vor 6 Uhr auf standen! Wir verliessen die Hütte kurz vor 9 Uhr. Man sah bereits vor der Hütte aus auf den Mackinnen Pass und das Wetter machte den Anschein noch besser zu werden. Der Wetterbericht hatte uns recht „versecklet“ mit dem Regen für heute. Nach einer Stunde - die gleiche Zeit wie gestern ohne Rucksack(!) - erreichen wir das Memorial auf dem Mackinnen Pass. Die Pass Höhe ist mit 1154 Meter angegeben, aber man hat das Gefühl 1000 Meter höher zu sein. Die Berge ringsherum sehen höher aus und die Vegetation hört bereits auf ca. 800 Meter auf. Die Aussicht war schon wie am Vortag prächtig. Nach dem Pass ging es dann nur noch abwärts. Bei der Quintin Hütte, die für die „Guide Walkers“ ist, deponierten wir unsere Rucksäcke. Von dort aus erreichen wir nach einer halben Stunde die Sutherland-Falls, die grössten Wasserfälle in Neuseeland und die dritthöchsten der Welt! Der Wasserfall war richtig grossartig, das Wasser stürzt über 3 Kaskaden 580 Meter in die Tiefe! Die Sonne schien in das Wasser welches so richtig stäubte, als es auf dem festen Grund aufschlug. Der restliche Weg bis zur Dumpling Hut führte wieder meist durch den Wald.
Am späten Abend fingen wir noch an zu Jassen mit den anderen Schweizern und so waren wir wieder die letzten, die sich in die Horizontale legten. Beim letzten Gang dieses Tages zu bestimmten Örtchen guckte ich in den Sternenhimmel.
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Sa. 25.01.1992 (109. Tag), Clinton Fork Hut - Mintaroa Hut (Milford Track)
21 km | 6 1/2 Std. | Nachdem uns die Sandflies in der Nacht in Ruhe liessen, traten wir um 9 Uhr die zweite Etrappe des Tracks an. Der meiste Teil der Etappe führte wieder durch den Regenwald. An den steil abfallenden Bergen beidseits des Tals stürzten sich immer wieder Wasserfälle in die Tiefe. Der Fluss dem wir entlang liefen war glasklar. Wolken klammerten sich an den Bergen, zum Laufen war das sehr angenehm. Nachdem wir zirka 2 Std. unterwegs waren, fing es an zu regnen. Allerdings regnete es bloss, damit wir knapp unsere Regenschütze auspacken mussten oder bloss um die Statistik aufrechtzuerhalten. Diese besagt nämlich, dass es in diesem Gebiet während 300 Tagen pro Jahr regnet mit einer Niederschlagsmenge von über 6 Meter! Ich konnte es nicht begreifen, dass es Leute gab die in Turnschuhen liefen, dafür mit einer Angelrute ausgerüstet. Sandflies gab es überall, so dass wir keinen richtigen Halt auf der ganzen Strecke einlegen konnten. Das hatte zur Folge, dass wir nach 4 Stunden - um 13 Uhr - in der Mintaro Hütte ankamen. Unseren Schlafplatz konnten wir uns noch aussuchen und nachdem wir uns niedergelassen hatten, genossen wir etwas Warmes. Das Wetter schien wieder besser zu werden was uns dazu brachte, nochmals die Schuhe zu binden und auf den Mackinnon Pass weiter zu wandern, da für morgen Regen zu erwarten ist. Um 14:30 Uhr legten wir los, um eine Stunde später bei schönstem Wetter den Gipfel zu erreichen. Unterwegs liefen wir wieder durch den grünen Regenwald und ich sah Neuseeland so grün wie ich es von meiner Reise vorgestellt hatte. Grün für Natur, Freiheit, Abenteuer und Unberührtheit. Auf dem Pass bot sich uns eine wunderbare Aus- und Weitsicht, da das Wetter sich inzwischen vollkommen gebessert hatte. Es herrschte purer Sonnenschein. Wir genossen den Abstecher, obwohl wir morgen denselben Weg noch was zu gehen haben. Allerdings muss ich schon sagen, der Milford Track ist eher ein langer Spaziergang als eine anstrengende Tour. Das Einzige anstrengende ist, dass wir unser ganzes Gepäck mitzuschleppen müssen. Ein anderer Faktor, von dem wir bisher glücklicherweise verschont blieben, sind die Wetterverhältnisse die hier herrschen können und die dann an die Substanz gehen können. Oben auf dem Mackinnon Pass sagte uns jemand, dass es hier Kias hat und diese Viecher an das Gepäck gehen. Was solls, dachte ich mir, der Rucksack ist ja geschlossen und wir liefen noch ein bisschen herum. Wieder zurück musste ich dann allerdings feststellen, dass so ein Vogel auch mein Rucksack im Visier hatte und die Adresse Etikette abgefressen hatte! Am Abend wieder in der Hütte war ich plötzlich so müde, dass ich auf dem Sitzbank hätte einschlafen können. Aber ich hatte noch etwas zu schreiben. Dann wurde ich auch in ein Gespräch verwickelt mit Roli über Fotokameras und die Schweiz in der EG. So wurde es bald einmal 23:00 Uhr und ich war der letzte in der Hütte, der in den Schlafsack kroch.
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Auf dem Mackinnon Pass (1769 m)
Fr. 24.01.1992 (108. Tag), Glade House - Clinton Fork Hut (Milford Track)
8,4 km | 1 40‘ Std. |Nun kaum also der Tag der Wahrheit, wo es galt, sich für die nächsten 4 Tage von der Zivilisation zu verabschieden. Wie es sein musste, regnete es zu Beginn des Tages noch einmal. Wir packten am Morgen unsere Rucksäcke, welche bedrohliche Abmasse annahmen. So an die 15 kg schleppte ich schon rum. Bevor um 13:30 Uhr der Bus nach Te Anau Downs loslegte, sandte ich noch 2 Filme nach Hause und wir gönnten uns noch einen Kaffee. In Te Anau Downs erwartete uns das Boot, welches uns zum Glade Haus brachte. Zu Deutsch hiess dies 2 Std. relaxen auf dem See mit Ausblick auf die Umgebung, da das Wetter sich wieder von der schönen Seite zeigte. Als wir schlussendlich zum Track Anfang kamen, stand uns noch 8,4 km Weg bevor, die erste Etappe vom «the finest walk in the world». Die Strecke war ohne Steigung und führte mehr oder weniger dem Fluss entlang. Der Busch war wieder so faszinierend und das viele verschiedene Grün gab dem Ganzen ein wunderbares Ansehen. Die Farne, die moosbewachsenen Bäume und deren Wildheit waren eine Augenweide, man konnte sich kaum satt sehen. Zwischendurch offenbarten sich wieder Blicke in die Berge, die steil ins Tal abfallen. Der Weg selber war recht feudal ausgebaut und das schöne Wetter liess uns das Abenteuer doppelt geniessen. Das erste Wegstück war ideal um sich anzugewöhnen und die Hütte, in welcher wir übernachteten, ist gut eingerichtet. Wir lernten am Abend noch Bea und Rolli kennen, 2 sympathische Schweizer die ebenfalls den Treck bestreiten. Mit ihnen diskutierten wir fast den ganzen Abend Punkt.
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Do. 23.01.1992 (107. Tag), Steward Island - Te Anau
Der Güggel vor dem Haus hatte schon die längste Zeit gekräht, ehe der Radio Wecker um 6:30 Uhr Töne von sich gab. Aufs Morgenessen mussten wir verzichten, weil wir kein Brot mehr hatten. Bei unserer Ankunft gestern in der Halfmoon Bay war der Laden bereits geschlossen. Um 8 Uhr legte unser Boot los Richtung Bluff. Wieder auf dem Festland stürzten wir uns gleich in ein Café um unsere Bäuche zu füllen. Es folgte eine kurze Ausfahrt zum Bluff Hill, um uns ein letztes Mal die Insel vor Augen zu führen. Die Fahrt nach Te Anau stand uns bevor, die wir in Invercargill unterbrachen um dort einkaufen zu gehen. Um 14 Uhr erreichten wir unser Ziel. Auf dem Postoffice holte ich als erstes meine Post ab. Anschliessend holten wir auf dem Fiordland Nationalpark HQ die Track Permits ab für den Milford Track. Die Wetteraussichten sind nicht so rosig, doch was solls. Dann folgte der Höhepunkt des Tages: Eine Dusche! Auch unsere Wäsche wollte heute noch gewaschen werden im Anschluss daran. Eine „Henkersmahlzeit“ stand uns dann noch bevor. Es gab noch einmal richtig Gemüse und Fleisch, ehe wir die kommenden 4 Tage „durchhungern“ müssen.
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Mi. 22.01.1992 (106. Tag), Steward Island
Als wird am Morgen erwachten bot sich ein wunderbarer Blick aus dem Fenster. Die Bay von Bäumen umgeben und das Wassers glitzerte im Sonnenschein. Voller Tatendrang machten wir uns auf den „Nature Trail“. Es war so herrlich, der Busch war so dicht, wir brauchen fast ein Buschmesser um vorwärts zu kommen und die Wegmarkierungen mussten wir zeitweise erraten. Die beinahe Unberührtheit des Waldes war beeindruckend. Als wir von diesem Trail wieder zurückkehrten, stand uns noch der Rückweg zur Halfmoon Bay bevor. Derselbe Weg, von wo wir gestern hergekommen sind. Heute waren die Verhältnisse aber schon viel besser, nicht mehr so sumpfig und glitschig wie gestern. Wir kamen gut vorwärts, so dass wir nach der Lee Bay noch eine „Abkürzung“ auf einen Hügel machen konnten. Allerdings blieb uns die erhoffte Aussicht wegen der Bewaldung des Hügels verwehrt. Kurz vor der Halfmoon Bay nahmen wir eine weiter „Abkürzung“ dem „Horseshoepoint Track“ entlang. Auch hier, ein schöner Wegabschnitts. Unsere Spritzigkeit in Sachen Vorwärtskommen liess langsam nach, waren wir doch schlussendlich beinahe 8 Std. unterwegs. Im Hafen angekommen versuchte ich nochmals Mrs. Slingsby anzurufen, bei ihr erhofften wir eine Unterkunft für diese Nacht zu kriegen. Allerdings war niemand zu Hause und wir wussten um 18 Uhr noch nicht, wo wir über Nacht bleiben konnten. Schlussendlich landeten wir nach einem Bier beim Posthalter, der uns für die Nacht beherbergte.
Di. 21.01.1992 (105. Tag), Invercargill - Steward Island
Da um 09:30 Uhr die Fähre in Bluff loslegte mussten wir auch dementsprechend früh aus den Federn. Auf dem Weg zum Hafen fing es an zu regnen. Nichts desto Trotz nahmen wir Kurs auf die Stewart Island. Da es inzwischen eine neue Fähre gibt, ein Katamaran, dauerte die Überfahrt bloss eine Stunde. Allerdings musste man schon etwas robust sein wegen dem Seegang. Wir legten in der Halfmoon Bay an und begaben uns gleich zum DOC, um die Hütte zu bezahlen. Es war 11:30 Uhr als wir den Weg unter die Füsse nahmen. Kurz nach Start setzte erneut Regen ein, damit nachher wieder kurz die Sonne scheinen konnte. Der Wetterwechsel hier auf der Insel ist extrem. Die Wege, meist gut ausgebaut mit Holz, hatten jedoch ihre Tücken. Das heisst, nasses Holz ist bekanntlich rutschig, genauso wie der rechtliche Grund auch. Ich war ein paar Mal ausgerutscht, allerdings hatte ich nie einen solchen Abgang wie Gisela, die beinahe einen Hang heruntergerutscht wäre. Es wäre eine Illusion zu glauben, dass man hier die Kleider sauber halten zu könnte. Darauf wird ja auch in der Track Beschreibung hingewiesen. Der Weg von der Halfmoon Bay zur Port Williams Hut war toll. In den etwa 5 Stunden, die wir insgesamt unterwegs waren, konnten wir immer wieder die Schönheiten dieses Insel beobachten. Wohl ist Neuseeland ähnlich wie die Schweiz, an beiden Orten kann man in die Bergen, aber durch den Busch trampen das konnte ich bisher nur hier. Eigentlich ist es genauso grossartig wie wandern. Unterwegs passierten wir eine Stelle, wo wir unsere Schuhe ausziehen und schenkeltief durch das Wasser waten mussten. Kaum trugen wir etwas Haut an die Öffentlichkeit, da kamen auch bereits die Sandflies. Der Weg führt einem Strand entlang weiter, bis wir zu einer Schwingbrücke gelangten, das ich bisher noch nicht kannte. Bis zur Hütte war es dann nicht mehr weit. Im Glauben daran, dass die Hütte mit einem Gasherd ausgerüstet ist, hatten wir keinen Brenner mitgenommen. Wir wurden erst auf der Insel darauf hingewiesen. Zum Glück konnten wir dort einen Brenner borgen fürs Nachtessen. Sonst hätten wir wohl stundenlang in die Pfanne geschaut und gewartet, bis die Teigwaren auf dem Holzofen „al dente“ wurden.
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Da müssen wir durch!
Mo. 20.01.1992 (104. Tag), Queenstown - Invercargill
Am Samstag hatte ich mir fast den ganzen Tag lang überlegt, ob ich Bungy Jumpen soll. Dem Reiz standen die Kosten gegenüber. Am Sonntag glaubte ich mich für das Springen am Montag entschieden zu haben. Jetzt war es Montag, der Tag X. Als wir losfuhren war ich mir nicht mehr so sicher, ob ich die Gelegenheit nun am Schopf packen will. Dann hatte Gisela jedoch irgendeine Bemerkung deswegen gemacht und dann sagte ich mir „und jetzt springe ich!“. Die Brücke in Kawarau war etwa 23 km ausserhalb von Queenston, schön gelegen und unten ein Fluss der sich durch das Tal wand. Als ich fragte, wie viele Leute schon warten um zu springen hiess es, ich könne gleich springen. Da zögerte ich nicht mehr und erledigte das Notwendige, um springen zu können. Dann stand ich plötzlich auf der Plattform. Ein Blick in die Tiefe liess mich erstmal leer schlucken. Von hier aus sah es doch etwas anders aus, als von dort, wo die Zuschauer stehen. 5-4-3-2-1-0 und ich sprang! Ich hatte 40 Meter Abgrund vor meinen Augen und ein Gefühl, dass ich noch nie erlebt hatte. Während den wenigen Sekunden des freien Falls ging vor meinem geistigen Auge ein Film ab von meinem ganzen bisherigen Leben! Dann berührte ich den Fluss, da ich den Sprung mit dem „Touch“ wählte, also jener wo man mit dem Wasser in Kontakt kam. Klar der Sprung dauerte nur wenige Sekunden, aber man muss es einmal gemacht haben. Als ich wieder auf den Füssen stand und empor blickte fühlte es sich schon fast normal an, so einen Sprung zu machen. Als ich wieder zu Gisela hoch kam sah ich ihr an, dass sie nun doch auch Lust hätte zu springen. Etwas Zuspruch genügte, so dass auch sie eine Viertelstunde später auf der Plattform stand und sich in die Tiefe stürzte. Nach diesen Erlebnissen stand uns noch der Weg nach Invercargill bevor. Dort auf dem Campingplatz angekommen trat auch Gisela in den Club ein, jener für die welche das Auto schliessen und die Schlüssel drinnen liegen lassen! Der Mann vom Campingplatz war aber gewandt und ausgerüstet genug, um dieses Problem zu lösen.
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Mit den T-Shirts als Beweis
So. 19.01.1992 (103. Tag), Queenstown
Trotz zweifelhaftem Wetter wollten wir uns den „Ben Lemond“ vornehmen, einen Berg der auf 1700 Meter eine gute Aussicht versprach. Doch allem Optimismus zum Trotz, es begann wieder leicht zu regnen kaum waren wir losmarschiert. Naja, wir mussten dann eben unsere Pläne ändern. Den ganzen Tag drinnen sitzen wollten wir nicht, auch wenn wir die Unterkunft zum letzten Mal um einen weiteren Tag länger gemietet hatten. So beschlossen wir, mindestens zur Bergstation der Skyline Gondula zu laufen. Dort konnten wir im trockenen sitzen und wenn sich das Wetter bessert, hätten wir mindestens einen Ausblick über Queenstown. Wären wir heute weitergereist, hätten wir noch weniger oder kaum etwas von Queenstown gesehen. Nach ¾ Std. Aufstieg erreichten wir unser Ziel. Nachdem wir einen ersten Blick in die verschneiten Berge genossen hatten, setzen wir uns ins Restaurant, um einen Kaffee zu trinken. Dort blieben wir auch die nächsten 3 Stunden sitzen, während wir Joker gespielt hatten. Gisela gewann hauchdünn mit 1221 zu 1218, nachdem ich immerhin einmal mit 500 Punkten in Führung lag!
Sa. 18.01.1992 (102. Tag), Queenstown
Grosse Sprünge machen wir heute keine. Als wir erwarten regnete es bereits in Strömen und es machte nicht den Anschein, ob es gerade besser würde. Aus diesem Grund ging ich gleich aufs Office, um die Lodge ein weiterer Tag zu mieten, trotz dem nicht gerade günstigen Preis. Den Vormittag verbrachten wir mit Karten spielen. Die Temperatur war recht gesunken, bis auf 10°C! Eine Suppe wärmte uns am Mittag. Danach schrieb ich noch einen Brief, ehe wir trotz Regen ins Städtchen gingen um ein paar Sachen zu kaufen. Bei dieser Gelegenheit landeten wir in einem Lokal, wo wir einen Kaffee gönnten. Als wir wieder aus dem Lokal traten, waren 2 ½ Std. verflossen! Bei interessanten Gesprächen verging die Zeit im Nu. Das Wetter hat sich etwas gebessert und man sah, dass es bis auf die paar 1500 Meter geschneit hatte! Bei dieser Temperatur war das nicht weiter erstaunlich. In den letzten Tagen ist mir aufgefallen, dass die Leute uns immer wieder um unser Nachtessen benieden haben, oder interessiert gefragt haben, was wir in unserem Teller hätten. Ich muss sagen, wir haben wirklich immer gut aber einfach gegessen. Mir macht es Spass beim Kochen mitzuhelfen, was auch gar nicht schwer ist. Wir sind ein gutes Team und verstehen uns auch ganz gut.
Fr. 17.01.1992 (101. Tag), Glenntanner - Queenstown
Unsere Entscheidung gestern, noch einen Tag länger in Mount Cook zu bleiben, war ein Volltreffer. So war heute ein typischer Reisetag. Der Gipfel des Mt. Cook blieb verhüllt und Wolken bedeckten den Himmel. Ohne schweren Herzens fuhren wir zuerst nach Wanaka, wo wir uns während einer guten Stunde durch einen Irrgarten durchschlugen, dem sogenannten „The Maze“. Der Garten war dreidimensional angelegt. Auch gab es Bilder zu sehen, die perspektivisch völlig verwirrend, ja unmöglich waren. Holographie-Bilder waren ebenfalls ausgestellt und kleinere davon wurden zum Kauf angeboten. Es war ein lohnender Besuch. Auf der Weiterfahrt nach Queenstown, kurz vor dem Ziel, kamen wir an der Bungy Jumping Brücke vorbei. Wir verbrachten dort noch eine Weile und schauten den Wagemutigen beim Springen zu. Gereizt hätte es mir schon, aber das Geld hatte mich gereut. Zum Springen war die Umgebung prachtvoll, aber eben…
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Do. 16.01.1992 (100. Tag), Glenntanner
Das Wetter war wirklich zu schön um weiterzufahren, so entschieden wir uns, noch einen weiteren Tag hier zu bleiben und nochmals die Schuhe zu schnüren. Heute ging's auf der anderen Seite des Mt. Cooks entlang, dem Tasman Valley. Weil es mir mit dem Mietauto nicht erlaubt war diese Strasse entlang zu fahren, parkten wir relativ weit vorne. Das heisst, am Eingang des Tals. Nach einer guten Stunde laufen und mit 3½ Liter Wasser im Rucksack erreichten wir die Blue Lakes. Vom nahen Viewpoint ergab sich ein besserer Blick in die Berge. Doch wir wollten mehr und wanderten weiter. Ich erhoffte mir einen Anblick des Mount Cook, wo wir auch den Lawinenniedergang vom 14. Dezember sehen konnten. Das schafften wir dann aber nicht mehr, denn es stand uns ja noch der Rückweg bevor und wir mussten noch das Abendessen einkaufen gehen. Der Walk dem Valley entlang war auf jeden Fall die Anstrengung wert gewesen. Das (zu) schöne Wetter kostete Gisela einen stärkeren Sonnenbrand ob mir einen mächtigen Durst. Nachdem wir etwas mehr als 6 Stunden unterwegs waren, erreichten wir wieder den Ausgangspunkt. Nach der wohlverdienten Dusche galten es dann wieder das Nachtessen zuzubereiten. Heute kümmerte ich mich um das Fleisch und als ich die Steaks in die Pfanne haute, fragte eine Frau was denn hier so gut schmecke! Mir hat es auf jeden Fall geschmeckt, für Gisela war das aber vielleicht etwas zu gut gewürzt. In der Zwischenzeit kam wieder Wind auf und ich bangte ein weiteres Mail um unser Zelt. Draussen schien der Mond über dem Mond Cook. Hier ist die Welt in Ordnung.
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Mi. 15.01.1992 (99. Tag), Tekapo - Glenntanner
Viel geschlafen hatte ich die letzte Nacht nicht. Der Wind war zeitenweise derart stark, dass ich damit rechnete, dass unser Zelt in Stücke gerissen würde. Aber das Zelt stand am Morgen noch ganz unversehrt und herrschte es erneut Prachtswetter. Heute ging es zum Mount Cook Village, was nicht allzu weit war. Ziemlich genau am Mittag starteten wir von der Hermitage für den Walk zum Sealy Lakes, welche einen prächtigen Ausblick zum Mount Cook versprachen. Der Berggipfel war bereits schon vom Village aus zu sehen. Der Aufstieg war mit 2 Std. angegeben zu den Lake Tarns. Als wir nach einer guten Stunde ein paar Pfützen erreichten, liefen wir noch ein Stück weiter hinauf. Wir erreichten die ersten Schneefelder am Geröllhang. Nur noch ein kurzes Stück weiter oben war eine Krete, von der ich mir einen Ausblick auf die andere Seite versprach. Gisela fühlte sich nicht mehr wohl in dieser Lage und wartete, während ich weiter aufstieg. Der restliche Aufstieg war jedoch einfach und ich rief von oben herab Gisela zu, dass hier ein herrlicher Ausblick unsere Anstrengungen belohnten. Ich stieg nochmals ab um Sie zu holen und wir erreichen zusammen wieder die Krete. Der Mt. Cook präsentierte sich grossartig und die weiteren Peaks und Gletscher verdienten auch ihre Beachtung. Wir liefen noch ein paar 100 Meter weiter und stiessen auf die Muller Hut auf 1768 Meter Höhe, die mit 4 Std. Marschzeit angegeben war! Bei der Hütte konnten wir Wasser nachfüllen, denn unsere Kehlen schreiten richtig nach Flüssigkeit. Die 2 Liter welche wir mit hatten neigten sich dem Ende zu. Das Wasser bei der Hütte ist geschmolzene Schneewasser und schmeckte richtig erfrischend. Hätten wir von der Hütte gewusst, hätten wir die Schlafsäcke mitgenommen und dort übernachtet. So mussten wir schweren Herzens die 1000 Meter Abstieg antreten. Beim Lake Sealy machten wir nochmals kurzen Halt. Ein neugieriger Kea näherte sich uns bis auf einen halben Meter. Zurück beim Auto hatten wir einen lohnenswerten fünfstündigen Walk hinter uns, der uns scheinbar nicht die notwendige Müdigkeit brachte um Schlafen zu gehen. Nach längeren Gesprächen und Diskussionen zwischen mir und Gisela löschte ich um Mitternacht das Licht.
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Vor dem Mt. Cook
Di. 14.01.1992 (98. Tag), Tekapo
Das Wetter war wunderbar und wir entschieden uns, einen „Alpenrundflug“ zu machen. In Tekapo starteten unsere Air-Safari Richtung Berge. Allerdings verzögerte sich unser Start zuerst. Im Flugzeug, welches vor uns startete, musste der Flugkapitän zuerst das Gewicht aller Passagiere zusammenzählen. Was immer das auch zu bedeuten hatte?! Gestern war es scheinbar zu windig, als dass die Flugzeuge hätten starten können. Auf jeden Fall schaffte es unsere „Kiste“ mit den 7 Passagieren abzuheben, auch wenn es manchmal recht schüttelte als wir in der Luft waren. Der Ausblick war wirklich wunderbar. Die Sicht war klar, keine Wolken auf unserer Höhe. Eine dicke Wolkendecke lag lediglich über der Westküste, so dass man nicht den ganzen Fox- rsp. Franz-Josef Gletscher sah. Das war aber weiter nicht tragisch, da wir sonst sehr viel zu sehen bekamen. Unter anderem auch der Mount Cook mit dem Abbruchpunkt. Als der Flieger dann um den Mount Cook flog, gab es heftige Winde und das Flugzeug sank zwei dreimal so stark ab, dass ich das Gefühl hatte, den Sitz unter dem Allerwertesten zu verlieren. Ein nun oft ertönendes akustisches Warnsignal trug auch nicht dazu bei, das Wohlbefinden zu steigern. Ich nahm an, dass dieses Signal vor einen drohenden Strömungsabriss warnte!... Wir flogen dann nahe beim Bergsturtz vorbei und hatten einen guten Überblick über das, das vor wenigen Wochen passiert war. Ich war froh, als ihr nach einer Stunde wieder auf den Boden waren rsp. nicht ich sondern mein Magen, denn die Winde waren wirklich nicht ganz ohne. Übrigens hatte der Flug auch auf Gisela gewisse Auswirkungen gehabt. Sie ist doch gewiss kein Kind von Stille, aber nach dem Flug blieb Sie eine Weile merkbar ruhiger. Der Flug hatte sich aber auf jeden Fall gelohnt, auch wenn ich nochmals 108 N$ bezahlt hätte, um nicht einen zweiten machen zu müssen! Am Nachmittag montierten wir die festen Schuhe und trampten zum Mount John hinauf, wo wird nochmals einen Überblick über den Lake Tekapo und Umgebung hatten. Wieder zurück gab es gleich Arbeit: Wäsche waschen. Diesmal aber mit Waschpulver und nicht mehr mit Weichspüler!
Neuseelands höchster Berg, der Mount Cook - auch Aoraki genannt - ist 30 Meter niedriger als bisher in den Landkarten verzeichnet. Zu diesem Ergebnis kommt eine Vermessungsexpedition der University of Otago 2014.
Der höchste Punkt des Massivs liegt nicht 3754 Meter über dem Meer, sondern nur 3724. Die von der Expedition gesammelten GPS-Daten würden vorherige Berechnungen auf Basis von Luftbildaufnahmen bestätigen, so die University of Otago.
Schuld an dem Schrumpfen ist nach Angaben der Wissenschaftler vor allem ein gewaltiger Fels- und Eisabbruch im Dezember 1991. Dabei rutschen 12 bis 14 Millionen Kubikmeter Material ab. Seitdem sei die Eiskappe auf dem Mount Cook noch weiter erodiert, so der Forscher.
Der Mount Cook ist Teil der Neuseeländischen Alpen auf der Südinsel des Landes. An seinen Flanken gibt es große Gletschergebiete. Benannt ist der Berg nach dem britischen Entdecker James Cook, der die neuseeländischen Inseln im 18. Jahrhundert umfahren hatte. Bei den Maori trägt das Massiv den Namen Aoraki.
Mo. 13.01.1992 (97. Tag), Christchurch - Tekapo
Der Morgen hatte angefangen, wie es an einem 13. Wohl sein muss. Da ich im Essraum über ein paar Stühle stolperte und diese über den Haufen warf, wurde ich angeschnauzt. Aaaahh!!!... ich hasse dieses Christchurch, ich wollte raus! Zum Glück konnte ich das heute auch. Da ich zeitig aufgestanden bin, konnte ich noch einen Foto Film zum Entwickeln bringen. In der Zwischenzeit erledigte ich noch ein paar kleinere Einkäufe und telefonierte nach Hause. Nachdem ich meine Fotos hatte, war auch schon Zeit um Gisela zu treffen. Nachdem wir mit dem Auto das Parkhaus verliessen war ich positiv überrascht von der Dame, bei dir ich mein Parkticket zu bezahlen hatte. Sie hatte wohl Nachsicht mit mir und ich musste die Zeit über das Wochenende, wo ich das Auto stehenlassen musste, nicht bezahlen. Mit 12 N$ war die Sache in Ordnung, was mich erfreute. Wir fuhren anschliessend zu der Familie, wo Gisela die letzten beiden Tage logiert hatte um ihre Sachen zu holen. Nach dem Grosseinkauf in Sachen Food fuhren wir dann los nach Tekapo. Das Wetter hier war immer noch schön, was mich veranlasste von der berühmten "Church of the Good Shepherd" am Lake Tekapo ein paar Fotos zu schiessen. Es ist eine schöne Gegend hier die mir gut gefällt. Sehr angenehm ist auch Giselas Anwesenheit. Das Reisen ist viel interessanter geworden und wir hatten schon viel Spass. Die Troubles der letzten Tage sind bereits verschlossen.
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So. 12.01.1992 (96. Tag), Christchurch
Die Spinne, die ich gestern im Zimmer erspähte, hatte wohl kalt während der Nacht und gesellte sich so unter mein Pyjama während ich schlief. Aus ich das jedoch bemerkte, hatte dies tödliche Konsequenzen für die Spinne. Da ich nichts zu pressieren hatte, blieb ich am Morgen etwas länger liegen. Ich begab mich später in den „Orana Wildlife Park“, denn irgendwie musste ich ja den Tag totschlagen. Von der City aus fuhr ein Spezialbus dorthin. Als ich dort ankam wurden eben die Löwen gefüttert. Mit dem Bus fuhren wir dann gleich ins Löwengehege, wo diese Tierchen frei um unser Gefährt streichen konnten. Selbstverständlich bei geschlossenen Fenster. Auch sonst gab es noch ein paar interessante Tiere zu sehen, die alle im Freien gehalten wurden, möglichst ihrer natürlichen Umgebung angepasst. Diese Art von Tierhaltung ist vollkommen anders als ein Zoo, wo die Tiere zwischen Eisen und Beton gehalten werden. Die „Telecomkatzen“ (Meercats) waren interessant zu beobachten. Zum ersten Mal sah ich heute auch einen echten Kiwi. Um etwa 15 Uhr war ich wieder zurück und trödelte noch eine gute Stunde in der City herum. Während dieser Zeit klopfte offenbar Gisela zweimal vergeblich an meine Zimmertüre. Ich hab's ja schon gestern geahnt, dass mir ein frustrierendes Wochenende bevorsteht. Ich schmiedete die weiteren Reisepläne und musste mit Entsetzen feststellen, dass die restliche Zeit knapp wird, um alles andere noch zu sehen und zu besuchen.
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Sa. 11.01.1992 (95. Tag), Christchurch
Letzte Nacht hatte irgendwo eine Band gespielt und es dröhnte bis spät aus dem Hinterhof. Während der Nacht setzt Regen ein, der sich bis in den Morgen zog. Mit den „Espadrilles“ an den Füssen machte ich mich auf um Brot zu holen, doch die Geschäfte öffneten erst gegen 10 Uhr! Ich wollte weg aus der City, das „Pavovla“ - unsere Unterkunft - war nicht mein Geschmack. Eigentlich wollte ich heute noch den „Madow Holiday Park“ besuchen, doch es kam 1. wieder einmal anders als 2. ich es mir vorgestellt hatte. Das Parkhaus, in welchem ich das Auto abgestellt hatte, blieb über das Wochenende geschlossen! Aaaahhh… Ins „Pavovla“ zurück wollte ich nicht mehr und Angie hatte schon ein anderes Zimmer gebucht, also haben wir uns dann definitiv voneinander verabschiedet. Ich bezog später mit Charlie Brown ein Einzelzimmer und überlegte mir, wie ich dieses deprimierende Wochenende hinter mich bringen will. Ans Auto komme ich ja nicht ran und den ganzen Tag im Zimmer hocken, Nein! Als die Strassen zu trocknen begannen und ich mit den Espadrilles wieder raus konnte, ging nicht zuerst in die City und kaufte mir ein paar neue Turnschuhe, da die anderen sowieso bald am Ende sind. Ich beschloss dann, nachdem ich einen Blick auf die Stadtkarte geworfen hatte, zum Flughafen zu laufen um zu schauen, ob Gisela auch wirklich ankommt. Damit verbunden war natürlich die Hoffnung, dass dann endlich wieder etwas läuft. Ich verbrachte noch etwas Zeit im Park, ehe ich mich zu Fuss zum Flughafen aufmachte. Nach nicht ganz 2 Std. Fussmarsch erreichte um ca. 16:30 Uhr den Airport. Um 17:10 Uhr sollte Gisela dann auch ankommen und siehe da, sie kam auch tatsächlich an – im Gegensatz zu ihrem Gepäck! Sie war erstaunt und erfreut mich hier zu treffen. Ich war überzeugt, dass wir eine gute Zeit vor uns haben werden. Aber auch noch jemand anderen erwartete Gisela. Sie kennt eine Familie hier, die Sie abholen gekommen ist und bis am Montag beherbergt. Diese fuhren mich dann auch ins Backpackers zurück. Mit Gisela habe ich einen Zeitpunkt abgemacht am Montagmorgen, eventuell treffen wir uns morgen irgendwo, das wird sich dann aber noch zeigen.
Fr. 10.01.1992 (94. Tag), Akaroa - Christchurch
Eigentlich hatte ich gar keinen Bock bereits nach Christchurch zu fahren, um dort 3 Tage zu verbringen. Aber es gab keine bessere Alternative. So fuhr ich am Morgen über die Summit Road nach Christchurch. Dort hatten wir ein Zimmer reserviert, mitten im Zentrum (jedoch nicht meine Wahl). Nachdem ich das Auto irgendwo in einem Parkhaus abgestellt hatte, galt es, den ganzen Plunder von Angela mitzuschleppen, da sich unsere Wege morgen trennen werden. Den angebrochenen Nachmittag verbrauchte ich mit „Lädele“ rsp. Diafilme suchen und kaufen. Die bekannte Kathedrale von Christchurch liegt übrigens gleich vis-a-vis. Am Abend gingen wir nochmals auswärts essen. Zum Schluss war ich Angela noch einen Tequila schuldig, weil ich mal über die Zeltschnüre gestolpert bin.
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Do. 09.01.1992 (93. Tag), Akaroa
Wieder einmal hatte das Zelt eine Sturm- und Regennacht überstanden. Am Morgen machen wir eine Harbour Cruise. Um 11 Uhr begann das Abenteuer, wo wir sollten Hector Delfine zu sehen bekommen, die es nur in Neuseeland gibt. Als wir jedoch zu dem Ort kamen, wo diese Tierchen hätten sein sollen, herrschte gähnende Leere. Kein einziger Delphin! Später sahen wir dann an der Küste einen einsamen jungen Pinguin, eine Seeotter (oder sowas ähnliches) und eine Art Reiher. Auf der Rückfahrt dann endlich liessen sich ein paar Delfine blicken, allerdings bot es nicht das, was wir erwartet hatten. Am frühen Nachmittag zurück im Camp gönnte ich mir ein (Chlor-) Bad. Anschliessend schnürte ich meine schnellen Schuhe um etwas zu Rennen. Ich fühlte, dass ich noch etwas machen musste. Nach knappen 5 Minuten musste ich jedoch bereits den Spargang einschalten. Zu meiner Verteidigung sei erwähnt, dass es ziemlich bergauf ging. In Zukunft muss ich mehr für meine Fitness tun, wenn ich nicht als „lahmer Sack“ zurückkehren will Mitte Februar. Am Abend trafen wir ein paar Schweizer in der Küche, mit denen ich noch einen interessanten Austausch hatte. Sie empfahlen mir sehr, den Buller hinunter zu raften, was ich eigentlich auch bereits vor hatte.
Mi. 08.01.1992 (92. Tag), Hokitika - Akaroa
Eine lange Reise stand uns bevor, von der Westküste an die Ostküste. Es war aber, wie es sich herausstellte, die Reise Wert. Der Weg führte über den Arthur’s Pass. Ich kenne ja steile Pässe von der Schweiz her, aber da hatte es Stellen, die waren so steil und schmal, dass ich zwischendurch sogar in den ersten Gang einlegen musste. Dieser Pass war aber wirklich lohnenswert, auch bei schlechtem Wetter, geschweige denn bei Schönem! Nach dem Pass in Arthur’s Village machen wir einen kurzen Stop, um im Chalet Kaffee zu genehmigen. Es war wirklich ein echtes Chalet, wie wir es bei uns in der Schweiz kennen. Hätte ich nicht gewusst, dass ich in Neuseeland bin, es hätte auch ein Pass in Graubünden sein können. Mir wurde auf eindrücklich Art vor Augen geführt, dass auch bei schlechtem Wetter die Landschaft schön sein kann. Je näher wir gegen die Ostküste kamen, desto schöner wurde das Wetter. Die Temperatur begann auch bereits wieder stark anzusteigen. Wir erreichten Akaroa, ein hübsches Hafenstädtchen auf der Peninsula. Das schienen auch noch ein paar andere Leute zu wissen, hatte es doch verhältnismässig viele Leute hier. Zum Abendessen kaufte ich mir „Fish‘n Chips“, angeblich die besten im ganzen Land - laut Führer. Naja, schlecht war bestimmt nicht, doch was braucht es, um so etwas behaupten zu können?
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Di. 07.01.1992 (91. Tag), Franz Josef - Hokitika
Zuerst hatten wir geplant bis Arthur’s Pass zu fahren. Doch wird erfuhren, dass unsere vorgesehene Absteige nicht empfehlenswert war und über den Pass zu fahren würde es zu lange dauern. Obwohl alles verhängt war, waren einzelne blaue Stellen am Himmel zu sichten. Das bewog mich, noch kurz zum Fox Gletscher zu fahren, um ihn mit einem Blick zu würdigen. Dann ging's zurück Richtung Hokitika, wo blauer Himmel und strahlende Sonne herrschte! Wir gingen wieder einkaufen. In Hokitika ist das Zentrum der Jade (Greenstone) Verarbeitung und ich warf ebenfalls einen Blick in eine solche Schleife Die Cabin die wir heute hatten kostet wohl nur 20 N$. Doch ist das der wohl unterste Level, bevor ich wieder das Zelt auspacke. Was mir ebenfalls nicht ganz gefällt ist das viele Autofahren, für das was ich zu sehen bekam. Es ist bald Zeit wieder einmal etwas zu Fuss zu unternehmen. Das erwartete Schönwetter vom nächsten Wochenende sowie meine baldige neue (aktivere) Reisebegleiterin versprechen Besserung.
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Mo. 06.01.1992 (90. Tag), Franz Josef
Aller Zweckoptimismus und guter Wille halfen nicht, das schlechte Wetter aufzuhalten. Ich stand um 6 Uhr auf (!) um noch am Morgen den Alex Knob Viewpoint zu erreichen, dem laut Beschreibung ein vierstündiger Aufstieg vorausgeht. Kurz vor 7 Uhr lief ich los. Ein kurzer Regen brachte mich noch nicht von meinem Vorhaben ab. Allerdings musste ich noch eine Stunde Aufstieg einsehen, dass es keinen Wert mehr hatte weiterzugehen. Nebel drängte aus den höher gelegenen Tälern herunter und der Regen setzte erneut ein und er wurde immer stärker. Dies bekräftigte meinen Entschluss umzukehren. Der Weg bis dahin führte durch dichten Busch, so dass ich kaum nass wurde auch ohne Regenschutz. Wieder beim Auto fuhr ich zuerst noch einmal zum Gletscherabbruch, ass etwas und hörte nochmals meine Kassette an. Ich wollte einfach noch ein bisschen dort sein, bevor ich wieder ins Motorcamp zurückkehrte. Es regnete heute nur einmal, so wurde aus einem erhofften anstrengenden Tag ein Tag zum Herumliegen. Irgendwie wurde ich doch etwas müde und musste mich hinlegen, weil ich nicht mehr fähig war, zum Lesen. Da der Wetterbericht keine Besserung für die Westküste versprach, geht es morgen ostwärts weiter.
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So. 05.01.1992 (89. Tag), Punakaiki - Franz Josef
Nach einem weiteren kurzen Stopp bei den Pancake Rocks ging es dann weiter Richtung Süden, immer mit der Hoffnung, dass das Öl Lämpchen sich nicht bemerkbar macht bis Gerymouth. Bei der ersten Tankstelle bog ich dann gleich ein. 2 Liter Öl muss nachgefüllt werden! Den nächsten Halt legten wir dann in Shantytown ein, einer alten Stadt aus der Goldgräberzeit. Es fühlt sich an, als seien wir in einem Westernfilm. Zu guter Letzt erreichten wir dann Franz Josef. Weil das Wetter für morgen zweifelhaft ist, zogen wir es vor, gleich ein festes Dach über dem Kopf zu beziehen. Dann zog es mich gleich weiter zu Gletscher, da das Wetter noch schön war. Angela war dies zu anstrengend, sie blieb lieber auf dem Camping. Für mich schwer nachvollziehbar, da reist jemand nach Neuseeland und bleibt in der Unterkunft sitzen! Die kurze Fahrt ins Valley mit dem ebenso kurzen Walk zum Gletscher war mit einem gewissen „Etwas“ verbunden. Landschaftlich hätte es auch das Wallis sein können. Als sich dann der Gletscher (-abbruch) im Sonnenlicht präsentierte mit stückweise blauen Himmel, hätte ich sterben können. Nicht dass die Gletscher so umwerfend gewesen wäre, nein, aber die Erinnerung an den letzten Sommer, wo ich eine Woche im Berner Oberland in den Bergen verbrachte, machten mich sentimental. Ich wollte, ich könnte dies auch hier.
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DruckereiDampflok
Sa. 04.01.1992 (88. Tag), Nelson - Punakaiki
Scheinbar hatte ich den Schlaf benötigt, erwachte ich doch erst um 8:45 Uhr. Doch in einer Stunde war gepackt und wir fuhren in die Stadt um Einkaufen zu gehen. Ich musste unbedingt noch Diafilme kaufen, hatte ich doch nur noch einen Film. Zuerst wollte ich heute nur nach Westport fahren, entschied dann aber doch etwas weiterzugehen, um morgen den Gletscher zu erreichen. Die Strecke von Nelson nach Westport und landschaftlich wunderbar, durch Wälder, über Hügel und durch Schluchten dem Bauer entlang. Alles rundherum war grün. In Westport angekommen machten wir noch einen kleinen Abstecher zur Tauranga Bay, wo wir eine Seal-Colony (Seelöwn) zu sehen bekamen. Es war interessant diese Tiere zu beobachten, obwohl diese zwischen den Steinen gut getarnt waren. Hätten man sie nicht gesehen, konnte man sie gut riechen. Ein nicht ganz so angenehmer Duft lag in der Luft. In Punakaiti angekommen liessen wir uns auf dem Campingplatz nieder, den wir schon am Mittag reserviert hatten. Es ist das erste Mal in diesem Jahr und genau eine Woche hier, seit wir letztmals gezeltet haben. Nachdem das Zelt stand, ging es noch schnell weiter zu den „Pancake Rocks“, welche bloss einen Kilometer vom Camp entfernt sind. Ein zweites Mal ging es am Abend zu den „Pancake Rocks“ um im 21:13 Uhr einen wunderbaren Sonnenuntergang zu beobachten respektive zu fotografieren.
Allen Begeisterungen zum Trotz, die ersten Troubles machen sich bemerkbar. Zum einen habe ich definitiv einen Fusspilz aufgelesen und muss schleunigst bei einem seinen Chemist etwas dagegen besorgen. Zum anderen braucht das Auto dringend Öl. Ein Ölcheck ergab, dass der Messstab blank blieb und inzwischen auch schon das Kontroll-Lämpchen zeitweise aufleuchtete!
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Gilt hier das Recht des Stärkeren?
Fr. 03.01.1992 (87. Tag), Nelson
Ich habe mich ernsthaft gefragt, warum ich das Getränk über Nacht im Kühlschrank liess, nachdem ich alles Warme angezogen hatte, was ich im Rucksack dabei hatte. Als das Schiff Keiteriteri verliess Richtung Totaranui war der Himmel bedeckt und ein Wind zog über das Sonnendeck. Als wir nach beinahe 4 Std. Totaranui erreichten, war das Wetter schon beinahe wieder gut. Um 13:45 Uhr startete ich mit dem Walk, der mich nach 5 Stunden nach Bark Bay bringen sollte. Der Weg war recht abwechslungsreich, mal der Küste entlang, dann wieder durch den Busch. Als ich in der Awaroa Bay ankam war Low Tide, der einzige Zeitpunkt, um an das gegenüberliegende Ufer zu gelangen. Doch allem Optimismus zum Trotz, ich musste dennoch meine Schuhe ausziehen und ein paar Rinnsale durchwaten. Je länger ich unterwegs war, desto besser gefiel mir der Track. Hinzu kommt, endlich wieder einmal einen richtigen Rucksack zu tragen. Die Umgebung inspirierte mich Fotos zu knipsen, insbesondere die Onetahuti Bay, die auch als BNZ Werbung gefilmt wurde. Ich war so richtig zufrieden mit allem, genoss es zu laufen und versank in Gedanken. Um 18 Uhr reichte ich Bark Bay, von wo aus in einer Stunde mich ein Schiff zurückbringen sollte. So legte ich mich in der Zwischenzeit an den Strand, las die Zeitung, hörte etwas Musik und entspannte mich. Ach was für ein herrliches Leben! Das Schiff fuhr dann aber mit einer Stunde Verspätung los (neuseeländische Pünktlichkeit), legte aber dennoch pünktlich um 21:30 Uhr wieder in Keiteriteri an. Unterwegs erhielten wir sogar noch einen Kaffee, der gar nicht mal so übel war! Der einzige Wermutstropfen nach diesem Tag war nun, dass ich nachts noch mit dem Auto nach Nelson fahren musste, was über eine Stunde dauerte. Der Abel Tasman Track ist eine Wanderung wert. Ich bin froh, dass ich wenigstens einen Teil davon gesehen habe. Mich hat das ganze Gebiet sehr beeindruckt, im Gegensatz zur Bay of Island. Obwohl es die Holiday Periode war, so viele Leute waren da gar nicht unterwegs. Auf dem Track habe ich unterwegs einige Plätze gesehen, wo es sich in romantischer Umgebung zelten lässt.
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Do. 02.01.1992 (86. Tag), Nelson
Schon herrscht wieder langweiliges Wetter als wir losfuhren. Über einen Pass gelangten wir in die „Golden Bay Area“. Die Weite Neuseelands ist schon sehr faszinierend. Etwas weiter von Takaka besichtigten wir die „Pupu Springs“, die Motive für einige Bilder gaben. Da wir aus organisatorischen und Zeitgründen die Rawhiti Caves nicht mehr besuchen konnten, besuchen wir die Ngarua Caves auf der Passhöhe, die auch sehr eindrücklich waren. Hätte ich gewusst, dass bereits heute derart gutes Wetter herrscht, ich wäre heute schon für 2 Tage in den Abel Tasman Nationalpark gegangen.
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Mi. 01.01.1992 (85. Tag), Blenheim - Nelson
Neujahr. Am Morgen erkundigten wir uns wieder nach einer Unterkunft in Nelson und sehe da, kein Problem. Heute haben wir ein Double-Room mit französischem Bett! Die Unterkunft ist wirklich toll, alles sauber und auch recht heimelig. Inzwischen war auch das Wetter schöner geworden, es ist schon fast wieder heiss. Da wir bereits nach dem Mittag in Nelson waren, zogen wir am Nachmittag noch ins Städtchen, um uns umzuschauen. Ein naher Hügel, der sich als Ausgangspunkt ausgab, wurde natürlich gleich erklommen.
Übrigens war ich vorher noch die Cathedral besichtigen gegangen. Es ist schon eine Schande, was aus ihr gemacht wurde, war es doch vorher eine wunderbare Kathedrale im gotischen Stil. Beim Betreten erblickte ich eine Krippe und da wurde mir wieder bewusst, was Weihnachten eigentlich bedeutet nach dem ganzen Weihnachtsrummel in den Städten!
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Di. 31.12.1991 (84. Tag), Picton - Blenheim
Silvester. Als ich aufstand, goss es bereits in Strömen. So geregnet wie heute hat es bisher während meines ganzen Aufenthaltes in Neuseeland nie! Wie ich aus den Radionachrichten entnahm, fegte ein Wirbelsturm in Nelson ein paar Dächer von den Häusern. Nelsen war übrigens unser Ziel doch 1. kaum es anders als 2. wir es uns vorgestellt hatten. Angela stand als erstes auf um nach dem Morgenservice zur gegenüberliegenden Garage zu gehen und zu fragen, ob jemand verschlossene Autotüren öffnen kann, wenn man den Schlüssel im Auto liegen hat. Es kam ein Typ mit Zange und Draht bewaffnet und innerhalb ein paar Sekunden war die Türe offen! Nachdem ich auf den Post noch ein paar Souvenir-Löffel heimgeschickt hatte, ging die Reise im strömenden Regen weiter Richtung Nelson via Blenheim. Der Scheibenwischer gab alles damit wir halbwegs Sicht auf die Strasse hatten. Die Tafel beim Ortseingang war schon fast sarkastisch „Welcome in Blenheim, the sunniest town in New Zealand!“… Von Blenheim aus wollten wir irgendeine Unterkunft in Nelson buchen, doch kein Schwanz schien dort mehr Platz zu finden. Wir riefen sämtliche Hotels an, überall das gleiche. So versuchten wir es hier in Blenheim, wo wir bereits nach dem ersten Telefon eine Cabin buchen konnten. Wir versuchen nun am Morgen nach Nelson zu kommen und wie es scheint, werden wir gute Chancen haben. Für Morgen ist ebenfalls eine Wetterbesserung angesagt. Obwohl Silvester war ging ich um 23 Uhr schlafen. Ich liess den Sekt stehen, da Angela bereits eingepennt war.
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Mo. 30.12.1991 (83. Tag), Wellington - Picton
Es schien, als ob der Sonnenschein der letzten Woche heute mit Regen kompensiert werden müsste. Ein Grund mehr Wellington zu verlassen. Am Morgen fuhren wir dann gleich in die Stadt, wo ich noch Post erwartete. In der Tat erreichten mich ein paar Briefe. Ich ergriff dann auch die Gelegenheit, mir endlich eine Sonnenbrille zu kaufen. Dann ging es weiter zum Ferry Terminal. Die Dame am Schalter erzählte etwas von Standby Passagier und 14:30 Uhr. Es war zu dieser Zeit kurz vor Mittag. Nach einer Stunde warten wollte ich es aber doch noch genauer wissen was ich zu tun, beziehungsweise wo ich zu warten hätte. Inzwischen waren auch andere Leute am Ticketschalter. Die Dame, die nun am Schalter war, erklärte mir, dass ich nun ein Ticket kaufen müsse als Standby Passagier und dann auf einer Spur zu warten hätte, die für solche Passagiere vorgesehen ist. Bei dieser Gelegenheit annullierte ich auch das Ticket für die Überfahrt vom 16. Januar. Die 185 N$ die ich bereits bezahlt hatte, kriegte ich zurück vergütet (ich hätte sowieso bloss 145 N$ zu bezahlen gehabt!) Ich konnte es kaum glauben, aber wir kriegten bereits auf der nächsten Fähre einen Platz! What a Feeling, als das Schiff um 16 Uhr los legte. Die Überfahrt dauerte 3 Stunden. Das Meer war relativ ruhig, dennoch machte sich der leichte Wellengang bei meinem Gleichgewichtsorgan mit leichtem Kopfweh bemerkbar. Beeindruckend war, als die Fähre den Marlborough Sound erreichte. Ich konnte nicht sehen wo die Fähre in den Sound fuhr. Plötzlich öffnete sich eine Einfahrt und das Schiff erreichte durch schmale Gewässer um ca 19:30 Uhr den Hafen von Picton. Wir fuhren mit dem Auto nicht mehr weit und quartierten uns im YHA ein. Essen gingen wir dann auswärts - auf Angelas Kosten. Das Essen war wirklich hervorragend von A bis Z. Es war eben ein Continental Restaurant und keine Kiwi Küche. Allerdings hatten dann plötzlich ein Problem. Ein Autoschlüssel im Wagen und 5 geschlossene Türen! (was allerdings nicht mein Werk war). Dieses Problem galt es dann am nächsten Morgen zu lösen. Ein Trost, als AA Mitglied ist der Türöffner-Service gratis.
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Auf der Fähre zur Südinsel
So. 29.12.1991 (82. Tag), Wellington
Heute hatten wir eher einen Lazy Day. Im Verlauf des Morgens begaben wir uns wieder nach Wellington. Ich wollte mir noch ein paar Sachen in der Stadt anschauen, zu diesem Zweck zog ich dann auf eigene Faust los. Das Wetter war heute nicht so erwärmend, es regnete leicht aus dem Nebel, doch was solls. Nach dem Mittag gingen wir dann ins Kino, es war wohl eine der letzten Möglichkeiten um „Robin Hood“ auf der Leinwand zu sehen. Der Film war gut und nach der Vorstellung ging's wieder zurück zum Camp.
Sa. 28.12.1991 (81. Tag), Masterton - Wellington
„Gäste“ haben sich über Nacht in unserem Zelt breitgemacht. Am Morgen als wir erwachten stellte Angela Ameisen fest. Bei einem Blick unter ihren Schlafsack und Matratze brachte eine ganze Horde zum Vorschein. Ich konnte mir ein Lächeln nicht verkneifen, musste jedoch bald feststellen, dass es auch bei mir nicht viel besser aussah. Draussen beim Morgenessen schien die Sonne schon fürchterlich, ich fürchtete einem heissen Tag entgegenzutreten. Wir verliessen Masterton ist um ca. 11 Uhr, nachdem ich vorher noch meine Fotos abholte. Je mehr wir uns Wellington näherten, desto windiger wurde es. Da der Wetterbericht für morgen Regen meldete, beschlossen wir, kein Zelt aufzuschlagen. Unterwegs telefonierten wir um zu schauen, ob wir in Lower Hut eine Cabine bekämen. Es hatte geklappt. Der Weg nach Welligton führte über einen Pass. Inzwischen hat es leicht angefangen zu regnen, Nebel kaum auf und der Wind blies unser Auto fast von der Strasse. Nachdem wir unser neues Zuhause für die nächsten 2 Tage hatten, begaben wir uns nach in die Hauptstadt Wellington, die mit dem Auto nur ca. 10 Minuten entfernt lag. Eine Fahrt mit der Cablecar bildete den Auftakt unseres Wellington Besuchs und hoffentlich auch bald der Abschied von der Nordinsel. Am Montag werden wir versuchen auf die Südinsel zu gelangen. Heute Morgen hatte mir jemand auf dem Campingplatz erklärt, ich solle einfach zum Terminal fahren und dort auf die nächste Gelegenheit warten.
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Cable Car
Fr. 27.12.1991 (80. Tag), Te Awanga (Napier) - Masterton
Am Morgen als wie erwachten war das Zelt inwendig ziemlich nass, offenbar hatten wir derart geheizt. In der Nacht war ich auch einmal aufgewacht, mein Pyjama Oberteil auf völlig nass. Später fuhren wir dann los Richtung Hasting, wo wir einen kurzen Halt einlegten. Bei dieser Gelegenheit kaufte ich mir 3 weitere Souvenier-Teelöffel. In Masterton angekommen machten wir uns im Camp breit. Wie erwartet herrschte hier nicht viel Betrieb. Neu war, dass Küche und WC ein Codeschloss hatten, um vor dem Zutritt Fremder zu schützen. Das Wetter war wirklich „sauaffenheiss“, zeigte das Thermometer in der Stadt inzwischen 31°C an! Ich brauchte noch einen Fotofilm zum Entwickeln, den ich morgen holen kann.
Do. 26.12.1991 (79. Tag), Te Awanga (Napier)
Ein wahrlich cleverer Schachzug 2 Tage im Te Awange zu bleiben und die erste Nacht in einer Cabine zu verbringen. Geschlafen habe ich wie ein Herrgöttli und als ich aufwachte schien fast die Sonne. Wir hatten danach noch das Zelt aufzustellen, weil die Cabine für heute an schon von anderen gebucht war. Dann versuchten wir unser Glück erneut mit telefonieren. Da der Diary geöffnet war, konnte ich eine neue Phone-Card kaufen. Wie wir weiter erfuhren ist es nicht möglich, vom Ausland in öffentliche Telephonkabinen zu telefonieren. So hatte ich keine Mühe, die 20 N$ Karte durchzulassen als ich nach Hause telefonierte. Nach dem Mittag schnallte ich die Schuhe an und zu den Gannets zu laufen, da die Flut vorbei war. Herrliches „langweiliges“ Wetter herrschte inzwischen und es war ein herrlicher, fast romantischer Walk der Küste entlang. Beim „Black Riff“ waren dann die Gannets anzutreffen. Zwischen Oktober und April brütet hier die weltgrösste Tölpelkolonie auf dem Festland, die sich von den zahlreichen Besuchen nicht beeindrucken liessen. Im Gegenteil, es schien mir fast, dass sie sich einen Sport daraus machten, Besucher im Flug anzuscheissen! Ich selbst blieb glücklicherweise fast verschont. Wieder zurück genehmigte ich mir die wohlverdiente Dusche nach den zurückgelegten 20 km. Arme und Hände waren schon vorher recht braun, aber jetzt glühen sie beinahe. Angela schlug vor auswärts Essen zu gehen, was sich allerdings auf Flop herausstellte. Das Restaurant war geschlossen und ich hatte keine Lust noch bis nach Napier weiter zu fahren.
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Mi. 25.12.1991 (78. Tag), Gisborne - Te Awanga (Napier)
Wie angenommen herrschte heute noch kein Verkehr auf den Strassen, so erreichten wir Napier ohne grössere Probleme. Da das Wetter nicht so ganz über alles erhaben war, nahmen wir heute erstmals eine Cabin. Da wir bereits vor 14 Uhr im Camp waren, hatte ich noch Zeit, etwas zu unternehmen. Ich lief den Strand entlang Richtung Cape Kidnappers, da es Low Tide wurde. Es ist ein wahrlich lohnender Walk den Cliffs entlang. Als ich nach 2 Stunden zurückkam, fing es an zu regnen. Am Abend rief ich zu Hause an, nachdem ich am Morgen keine freie Leitung bekam. Allerdings stimmte etwas mit der Nummer nicht und sie konnten mir nicht zurückrufen, da ich kein Guthaben mehr hatte auf der Prepay Telefonkarte.
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Di. 24.12.1991 (77. Tag), Te Araroa - Gisborne
Um 4.15 Uhr gab der Wecker sein Bestes. Ich kroch aus dem Zelt um zu schauen, wie sich das Wetter entwickelt hatte. Es war zu wenig gut, als dass wir einen Sonnenaufgang am East Cape erhoffen konnten und im Übrigen war es mir nicht danach, jetzt Auto zu fahren. Geschlafen hatte ich nicht allzu gut. Also legte ich mich wieder in den Schlafsack, die Mücken ignorierend um noch etwas Schlaf zu fassen. Während der Nacht hat es leicht geregnet, aber am Morgen war das Wetter wieder fein. Deshalb beschloss ich, jetzt noch zum East Cape zu fahren was eine Fahrt auf 42 km Naturstrasse bedeutete. Es hatte sich aber gelohnt, denn dieser Küstenabschnitt war wirklich wunderbar. Nach einem 10 minütigen Aufstieg beim Ende der Strasse erreichte ich das Lighthouse. Ein poetischer Ausblick bot sich mir. Es muss wirklich ein besonderes Gefühl sein, als erster auf der Welt den Sonnenaufgang zu sehen und damit der Anbruch eines neuen Tages. Dieser Punkt war nämlich der östlichste der Insel und ganz nahe an der Datumsgrenze. Jeden Donnerstag geht übriges ein Bus vom Motorcamp zum East Camp um dort den Sonnenaufgang zu erleben. Wir waren also 2 Tage zu früh! Wieder zurück in Te Araroa standen uns jetzt 180 Kilometer bevor bis nach Gisborne, die einfach irgendwie vernichtet werden mussten. In Gisborne angekommen machten wir noch ein paar notwendige Einkäufe ehe wir auf den Zeltplatz fuhren, der noch fast leer war. Man könnte sagen, eigentlich ein ganz gewöhnlicher Dienstag, bloss dass morgen Weihnachten ist! Danach wetzte ich noch etwas Gummi von meinen Schuhsolen ab um Captains Cooks Memorial zu besteigen.
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Mo. 23.12.1991 (76. Tag), Rotorua - Te Araroa
Ausgerechnet am 13. Tag unserer Reise fing es an zu regnen. Um ca. 8 Uhr hörte ich Regentropfen auf das Zelt schlagen. Innerhalb weniger Minuten bin ich aus dem Schlafsack gekrochen und habe das Zelt „notfallmässig“ zusammengepackt, bevor es ganz nass wurde. In Whakarakewane gab ich noch meine Weihnachtspost auf. 3 Filme, Souvenier-Löffel und Prospekte. Kostenpunkt 34 N$! Danach hielt mich nichts mit in Rotorua zurück. Wir kaufen unterwegs in Whakatane noch allerlei ein für die nächsten 3 Tage. Klar, es war ein Tag vor Weihnachten, aber es war solch ein Bordell in der Stadt, dass ich froh war, als wir hier wieder rauskamen. Den ganzen Tag hatte es bisher immer mindestens leicht geregnet. Da der Wetterbericht jedoch Besserung gemeldet hatte, fuhren wir dennoch zum East Cape. Es fing wieder stärker an zu regnen und Nebel klebte sich an die Berge, auf der anderen Seite war das Meer. Irgendwie fing mir diese Stimmung an zu gefallen, es war nicht mehr so „langweiliges“ Sommer-Sonnenwetter. In Te Araroa schlugen wir unser noch etwas feuchtes Zelt wieder auf. Das Wetter ist hier besser und scheint noch besser zu werden. Morgen wollen wir den Sonnenaufgang am East Cape erleben. Mein Weihnachtsessen hatte ich bereits heute: Filet, Kartoffelgratin und Spargeln.
So. 22.12.1991 (75. Tag), Rotorua
Am Morgen rief ich gleich Michael West an, um den Tarawera Trip bestätigen zu lassen. Um 09:30 Uhr traf ich ihn bei ihm zu Hause, da er mir schon in Waihi einen Plan gab wo er wohnte. Ich liess mein Auto dort stehen und er nahm den 4 Rad getriebenen Lada von seinem Vater. Unterwegs luden wir noch einen Freund von Michael ein, also waren wir zu dritt. Die Strasse auf der wir ein Stück hoch fuhren zum Mount Tarawera war fürchterlich, mit meinem Auto hätte ich es nicht geschafft. Von dort aus, wo wir das Auto stehen liessen, liefen wir etwas über eine Stunde zu Fuss, bis wir den höchsten Punkt des Mt. Taraweras erreichten auf 1111 Meter. Mich hat es genervt, dass es bewölkt war, sonst hätte ich super Fotos schiessen können über weite Gebiete des Landes. Wohl sahen wir die Umgebung von Rotorua mit den umliegenden Seen, aber es war nicht dasselbe. Ich wäre gerne noch ein bisschen dem Krater entlanggelaufen, aber wir gingen wieder bergab. Durch ein Kiesfeld ging es schnell den Krater hinab. Michaels Rekord lag bei 27 Sekunden. Ich nahm es gemächlicher, hatte ich doch die Fotoapparate im Rucksack. Wir sahen andere Leute welche dort hinaufkraxelten, doch müssen diese nicht ganz bei Trost gewesen sein diesen Aufstieg zu wählen. Während wir zurück liefen öffnete sich der Himmel und die Sonne schien wieder. Das hat mich erneut genervt! Zurück bei Michael trank ich noch einen Tee und plauderte mit ihm und seine Mutter. Bevor ich zurück kehrte besuchte ich noch Whakarewarewa, in der Hoffnung, noch etwas Interessantes über die Maoris zu erfahren respektive zu sehen. Die 8.8 N$ waren aber eine Fehlinvestition, gab es doch davon nicht viel zu sehen und die Thermalgebiete in Waiotapu und Waimangu waren viel interessanter. So kehrte ich von 18 Uhr wieder ins Camp zurück. Angela wollte ja nicht mitkommen, erledigte aber in der Zwischenzeit die ganze Wäsche!
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Ich, Michael und sein Kollege
Sa. 21.12.1991 (74. Tag), Rotorua
Am Morgen fuhren wir zeitig los und pünktlich dort zu sein, wenn um 10:15 Uhr der „Lady Knox" Geysir los legt. Allerdings hätten wir uns ruhig Zeit lassen können, denn der Geysir pustet über eine Stunde lang und nach einer halben Stunde verschwinden die Touristen wieder. Anschliessend besuchten wir „Waiotapu Geothermal Wonderland“, wo wir viele farbenprächtige vulkanische Gebilde zu sehen bekamen. Der Besuch hier war lohnender als „Hells Gate“ gestern. Nach dem Mittag ging ich noch ins Waimango Valley. Eine prächtige Landschaft zeigt sich dort mit viel Grün und Busch rundherum und interessante Sehenswürdigkeiten. Es war wieder völlig anders als Waiotapu und es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Unten am See angekommen erwartete uns ein Schiff. Wir waren nur 3 Passagiere. Viel zu sehen vom Boot aus gab es nicht mehr, aber die Atmosphäre war toll. In der Seemitte stellte der Kapitän den Motor ab, kam zu uns und gab uns einige interessante Erklärungen:

Der Krater auf Mount Tarawera ist nur ein Teil des ganzen Kraters, welcher sich über 18 Kilometer erstreckt. Am 10. Juli 1886 explodierten dort 22 Vulkane gleichzeitig und veränderten das Gebiet in 7 Stunden vollkommen. Ein See der dort war explodierte förmlich und ein riesiger massiver Krater hatte sich gebildet. 3 Dörfer im Umkreis von 20 Kilometer wurden zugeschüttet. Die Explosionen seien über 200 Kilometer hörbar gewesen. Als Leute kamen um zu sehen was passiert war, kannten sie das Gebiet nicht wieder. Alles sah komplett anders aus. Man glaubt zu wissen, dass sich das ganze alle 1000 Jahre wiederholen wird! Der See auf welchem wir uns befanden ist 200 Meter tief und ein Teil des Kraters, welcher sich anschliessend wieder mit Wasser gefüllt hatte.

Ein Bus brachte uns vom See her wieder zurück zum Parkeingang, wo Angie bereits wartete, da sie keine Lust hatte mitzukommen.
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Fr. 20.12.1991 (73. Tag), Waihi Beach - Rotorua
In der Nacht hatte es fürchterlich gewindet. Ich hatte das Gefühl, sei bloss eine Frage der Zeit bis es das Zelt auf den „Ranzen“ wirft. Allerdings waren die Winde etwas höher, respektive unser Zelt befand sich in einer geschützten Lage. Am Morgen, kurz bevor wir losfuhren, erschien der Boy, mit dem ich gestern Abend über Rotorua gesprochen hatte. Insbesondere über den Walk zum Mt. Tarawera. Er gab mir seine Adresse und sagt, wenn ich am Sonntag immer noch in Rotorua wäre, käme er mit mir auf den Vulkan. Er kennt den Weg!
Nach einem kurzen Besuch im ehemaligen Pumphaus in Waihi ging es endgültig weiter. In „Te Puke“ besuchten wir das „Kiwifuit Country“. Ich weiss jetzt, wie die Kiwis wachsen: nur die Female Bäume tragen Früchte, bis zu 1000 pro Saison! Das Verhältnis von Female zu Male Pflanzen beträgt dort 6:1. Auf dem Weg nach Rotorua besuchten wir auch noch „Hells Gate“. Kochender Schlamm, Geruch nach faulen Eiern etc. präsentierte sich uns. Diese $8 Eintritt haben sich auf jeden Fall gelohnt. Für die folgende 3 Nächte haben wir uns im „Holdens Holiday Park“ einquartiert. Nachdem das Lamm gestern ein Flop war, genoss ich heute eine feine Rösti. Wie komme ich mir vor, erfolgt inzwischen vor jedem Nachtessen ein Griff in den Kühlschrank nach einem kühlen Bier. Allerdings war dies gerechtfertigt, war es doch wieder so ein heisser Tag mit schätzungsweise über 25°C.
Do. 19.12.1991 (72. Tag), Coromandel - Waihi Beach
Um 11:00 Uhr war Reiten angesagt in Coroglen. Das hiess, denselben Kiesweg zurück von wo wir gestern gekommen sind. Obwohl wir pünktlich bei der Reitfarm waren, war es ein Flop. Alle Pferde waren bereits weg und wir hätten bis 12:30 Uhr warten müssen und dies, obwohl Angela uns am Morgen angemeldet hatte! So fuhren wir unverrichteter Dinge weiter nach Waihi. In Waihi Beach liessen wir uns im Holiday Camp nieder. Nachdem wir das Zelt aufgestellt hatten, zog ich noch weiter um noch etwas von den Goldgräberzeiten zu erblicken. Zu diesem Zweck fuhr ich nach Karangahake. Ein interessanter Walk führte um die Städte herum. Das Wetter war heute langweilig schön. Ich sah - glaube ich - den ganzen Tag keine einzige Wolke. Affenheiss war es dafür, so richtig Sommer und es trieb mir richtig den Schweiss aus den Poren. Ich erhielt ein erstes Weihnachtsgeschenk von Angela: Einen silbernen Ohrring.
Karangahake Goldminen
Gold wurde in Neuseeland erstmals 1852 in der Nähe von Coromandel entdeckt. In den folgenden 30 Jahren zogen die neuseeländischen Goldgräber zahlreiche Menschen an, die auf der Suche nach sofortigem Reichtum waren.
Der Abbau am Mount Karangahake und in Waihi begann 1875, nachdem zuvor bereits in Collingwood und Takaka (1856), Otago (1861), Marlborough (1862), an der Westküste der Südinsel (1865) und an der Themse (1867) Gold gefördert worden war.
Der kalifornische und australische Goldrausch in den späten 1840er und 1850er Jahren wirkte sich auf die Bevölkerung von Auckland aus. Um die Menschen zu ermutigen, in Neuseeland zu bleiben, setzten Geschäftsleute aus Auckland eine Belohnung von 500 Pfund für denjenigen aus, der ein lohnendes Goldfeld nördlich von Rotorua finden würde.
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Mi. 18.12.1991 (71. Tag), Thames - Coromandel
In der Nacht hatte ich gut geschlafen und bin am Morgen nur ungern aufgestanden. Aus meinem Schlaf geweckt haben mich Enten, die am Zelt vorbei zum nahen Bach wackelten und dabei ihrer Präsenz Gehör verschafften. Über Thames fuhren wir via Tairua an die Ostküste Coromandels. Wir erreichten Hahei, von wo aus es zu Fuss weiter ging. Nach einem 20-minütigen Walk erreichten wir die „Catheadrale Cove“. Was wir hier zu sehen bekamen war schlichtweg umwerfend, so idyllisch friedlich und wunderbar. Gerne wäre ich hier noch einen Tag geblieben, aber es ging weiter nach Coromandel und über 21 km Naturstrasse! Wir mussten um 17:00 Uhr am Ziel sein, damit wir die Fahrt mit der Bushrailway nicht verpassten. Allerdings war ich ein bisschen enttäuscht, ich habe mir etwas mehr Spektakel erwartet. Es hat sich nicht wirklich gelohnt die Catheadrale Cove zu verlassen wegen der Eisenbahnfahrt. In Coromandel nisteten wir uns im „Coromandel Tourist Resort Motor Camp“ ein, welches nicht das billigste war, dafür hatten wir aber einen romantischen Zeltplatz.
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Di. 17.12.1991 (70. Tag), Auckland - Thames
Um 9 Uhr verliess ich Devenport. Thomsens hatten Freude, dass ich vorbei gekommen bin und liessen mich wissen, dass ich jederzeit bei Ihnen aufkreuzen könne. Auch an Weihnachten! Sie überliessen mir übrigens immer noch einen Hausschlüssel. In Takapuna besorgte ich mir eine AA Mitgliedschaft (46 N$) bevor ich Angela abholte. Dann ging es zuerst zum Autovermieter ACE wegen dem Vorderrad, das vermutlich nicht mehr dicht ist und der Türe, die klemmt. Nachdem diese Probleme behoben waren, buchte ich die Fähre von Picton nach Wellington. Der 5. Februar war der nächstmögliche Termin, aber gerade noch rechtzeitig. Dann ging es endgültig Richtung Coromandel auf. Lange dauerte die Fahrt nicht. in Thames stürmten wir das Information Office. Anschliessend liess sich Angela im Ort noch ein weiteres Loch ins Ohr schiessen und ich nutze die Gelegenheit um auch „markiert“ zu werden. Den Ohrring bekam ich von ihr und der Schuss selber koste mich nebst einem Lächeln einen ganzen Dollar! In Waiomu quartierten wir uns im Holiday Park ein. Da wir zeitig ankommen sind war dies die Gelegenheit, unseren Plunder waschen. Den Zeltplatz konnten wir uns immer noch aussuchen.
Mo. 16.12.1991 (69. Tag), Paihia - Auckland
Etwas später als vorgenommen verliessen wir um 10:15 Uhr das Camp. Zuerst ging es nochmals nach Paihia, um an etwas Bargeld zu gelangen. Auf der Post schickte ich meine 3 Diafilme nach Hause, aus Sicherheitsgründen in 2 Paketen. Noch einer weitere halbe Stunde erreichten wir Kawakawa, wo wir die Kawiti Glowworm Caves. Eine Tropfsteinhöhle, wo es auch Glühwürmchen zu sehen gab. Weiter ging es dann nach Whangarei, um die berühmten „Whangarei Falls“ zu besichtigen. Mein Urteil: Nichts besonderes, bloss ein gewöhnlicher Wasserfall! Weiter ging es Richtung Auckland. Wir erreichen Devonport kurz nach 16:00 Uhr, wo wir gleich einkaufen gingen. Zusammen mit Angela fuhren wir mit der Fähre in die City, wo ich meine Fotofilme entwickeln liess. Angela blieb dann im Backpackers Packers und ich ging zurück nach Davenport. Ich konnte bei Thomsons übernachten, die jedoch noch aus waren als ich ankam. Mit einem erhofften Nachtessen war es also nichts. Allerdings erwartet mich eine weiche Matratze.
In der News erfuhr ich heute von einem Bergsturz am Mount Cook. 1 Mio. m3 Fels und Stein lösten sich vom Gipfel auf der einen Seite!
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So. 15.12.1991 (68. Tag), Paihia
Noch 7 Uhr stieg auch ich aus dem Zelt draussen hier ist ziemlich hart, dementsprechend ließ es sich auch darauf liegen. In der Nacht muss es ziemlich kalt geworden sein, hatte ich doch auch schon wärmere Füsse. Um 9 Uhr legte unser Boot in Paihia ab Richtung Cape Brett. In der Zwischenzeit zogen einige Wolken auf, bis vor Cape Brett schien die Sonne noch mehr oder weniger. Dabei hatte ich noch einige gute Fotos geschossen. Etwas weiter draussen in Sichtweite lag die Motukokako Island mit dem bekannten "Hole in the Rock". Das Boot fuhr dann wirklich durch dieses „Hole“, einem Loch in einem Felsen der aus dem Wasser ragte. Viel Platz war dort nicht und es hatte Wellen! Auf der Rückfahrt machten wir in einer Bay einen Stopp, wo geht uns verpflegen konnten und/oder eine Fahrt in einem „Submarin“ unternehmen konnten. Ich investierte die $10 um einen Blick unter die Wasseroberfläche zu werfen und die Fische zur grüssen. Als wir am Morgen mit dem Boot loslegten wurden wir fotografiert und als wir zurück kehrten, näherte sich der Fotograf mit einem kleinen Boot und warf die entwickelten Fotos an Bord, die dann vor der Ankunft für $10 verscherbelt wurden. In Russel verliess ich das Boot um noch auf den Flagstaff Hill zu gelangen, in der Hoffnung auf einen Blick über die ganze Bay. Wieder zurück Paihia zog es mich noch schnell nach Waitangi um dem Maori Kanu, dem Meeting House und den Treaty House einen Besuch abzustatten, was nicht meine letzten 5 N$ kostet. Kurz vor 16:00 Uhr war ich dann wieder zurück und der Himmel war inzwischen wieder blau.
Bevor der Flagstaff Hill von den weissen Einwanderer für den Fahnenmast genutzt wurde, war er von den Maori bewohnt. Der Hügel hatte eine turbulente Vergangenheit: Die ersten vier errichteten Fahnenmasten wurden aus Protest gefällt.
Das Treaty House war das Haus des britischen Residenten in Neuseeland James Busby. 1835 wurde hier die Unabhängigkeitserklärung Neuseelands, die Neuseeland als eigenständige Kolonie etablierte, unterzeichnet. 1840 wurde dort auch der Vertrag von Waitangi unterzeichnet, die Verfassungsurkunde Neuseelands. Zu den Unterzeichner gehörten auch 45 Maori Chiefs.
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Sa. 14.12.1991 (67. Tag), Kaitaia - Paihia
Bei schönstem Wetter fuhren wir um 09:15 Uhr los. Den ersten Halt machten wir beim Hafen von Wangaroa, nachdem wir zuerst den falschen Hafen angepeilt hatten. Im Buch, welches ich von Thomson geschenkt bekommen hatte, war ein stündiger Walk beschrieben zu einem Aussichtspunkt über den Hafen. Als wir uns nach dem Weg erkundigten zeigte ein Einheimischer uns denn Weganfang, indem er mit seinem Auto vorfuhr. Nach nur gerade ca. 20 Minuten Aufstieg erreichten wir den Gipfel des Saint Paul Rocks. Ein wirklich toller 360° Panorama Ausblick bescherte unsere Anstrengungen. Nächste Station war Kerikeri, bis dorthin lag noch ¾ Std. Fahrt vor uns. Unterwegs hätte ich fast einen Hund überfahren, der aus einem stehenden Auto sprang. Dieser hätte dann den unzähligen Opossums Gesellschaft leisten können… In Kerikeri besuchten wir das Stonehouse und das älteste Holzhaus in Neuseeland. Schliesslich landen die landeten wir in Paihia, wo wir einen schönen Camp fanden an einer Bay. Ein Sprung ins Meer verschaffte die notwendige Abkühlung. Da wir heute relativ früh dran war, schrieb ich noch ein paar Karten, inzwischen wären 12!
Fr. 13.12.1991 (66. Tag), Kaitaia
Am Morgen um 9 Uhr holte uns der Car ab um nach Cape Reinga zu gelangen. Inzwischen wurde auch das Wetter schön, nachdem es in der Nacht wieder geregnet hatte. Zuerst fuhren wir den 90 Mile Beach entlang. Als wir dann zu riesigen Sanddünen kamen, stoppte der Car. In den 10 Minuten kragselten wir den Hügel hinauf, wo uns einen herrlichen Ausblick bescherte. Es war imposant, Sand und saftiges Grün grenzen an einer Linie. Die Sanddünen in Maspalomas sieht nur halb so interessant.
Weiter ging die Fahrt zu einem Beach an der Ostküste, wo es Luch gab, ehe es schlussendlich nach Cape Reinga gelangten. Herrliches Wetter genossen wir dort und einen ebenso herrlichen Ausblick. Es war deutlich zu sehen, wo die Tasman Sea und der Ozean aufeinandertreffen. Ein Streifen zwischen hellem und dunklem Wasser. Um etwa 13:30 Uhr fuhren wir wieder zurück nach Kaitaia. Unterwegs besuchten wir auch noch das Wagner Museum, wo es viele interessante Sachen zu sehen gab. Unter anderem auch alte Grammophone auf denen noch Musik abgespielt wurde. Um 16:45 Uhr waren wir dann wieder zurück. Nicht nur die Reise, auch der Chauffeur war gut, hatte er doch viel über die Gegend zu erzählen gewusst. Zum Beispiel über ein Rennen von Cape Reinga nach Kaitaia: Springen und mit dem Velo den 90 Mile Beach entlang pedalen. Der Schnellste schaffte das in 6 Std. 40 Min. Der ganze Spass kostete $42.50 und war seinen Preis wert. Früher war Neuseeland zu 90% mit Wald bedeckt, heute sind es noch 25%!
Aus der Tageszeitung entnommen:
Temperatur in Genf -3°C - -6°C
1 N$ = 77 Rappen
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Do. 12.12.1991 (65. Tag), Dragaville - Kaitaia
Nachdem unser Zelt den ersten Regen schadlos überstanden hatte, fuhren wir um 09:45 Uhr los Richtung Norden. Im Kauri Forest besuchten wir die verschiedenen Riesenbäume. Zuerst die „4 Sisters“, anschliessend den „Yakas“ den wir nach einem ½ Std. Walk mitten durch den Dschungel erreichten. Weiter ging es zum „Te Mahuta Nghahere“, dem zweitgrössten Kauri. Sein Stamm war schlichtweg umwerfend. Um auch noch den grössten Baum zu sehen, mussten wir zuerst wieder mit dem Auto ein paar Kilometer weiter fahren, auf der „wunderbaren“ Schotterstrasse mit ca. 30 km/h. „Tane Mahuta“ war der grösste Baum mit einem Volumen von 244 m3 Holz! und einem Alter von ca. 1200 Jahren.
Nachdem wir den Kauri Forest hinter uns gelassen haben, machten wir uns nach Kaitaia auf. In Rawene nahmen wir die Fähre, da dieser Weg ca. 70 km kürzer ist. So erreichen wir kurz vor 17 Uhr Kaiteia, wo wir als erstes zur „Fullers“ gingen, um für morgen Freitag eine Tour nach Cape Reinga zu buchen, sowie eine Cruise zum Cape Brett am Sonntag. Am Nachmittag wurde das Wetter wieder sonniger, Grund genug um wieder zu zelten in „Dyers Motor Camp“. Zum Nachtessen kochte mir Angie mein Risotto, welches mir sehr geschmeckt und meinen Hunger vollkommen gestillt hat. Wenn Angie Lust hat, werde ich sie weiter mitnehmen auf meine Reise. Inzwischen habe ich auch meinen 3. Diafilm gefüllt und die Kamera wieder geschärft für morgen. Die Küche hier ist zwar nicht ganz so feudal wie eine gestern, dafür kann man hier gratis warm duschen. Es ist jetzt 21:20 Uhr und die letzten Wolken lösen sich im Abendrot auf.
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Angie
Mi. 11.12.1991 (64. Tag), Auckland - Dragaville
Aufbruch. Ein komisches Gefühl begleitete mich beim Aufstehen. Es gilt nun „Adiö“ zu sagen. David Thompson schenkte mir heute noch ein Buch vom «Walks in New Zealand» und bevor die anderen am Morgen das Haus verliessen, wurden noch ein paar Fotos geknipst. Dann nahm ich eine Dusche und begann mein Zeugs zu packen. Oh - was für ein Graus. Um 10:30 Uhr verliess ich Devonport. Zuerst holte ich Angela ab, die sicher die nächsten paar Tage mit mir reisen wird. Weiter fuhren wir nonstop nach Dragaville. Das Wetter war meist schön und so beschlossen wir zu campen. Wir sind fast die einzigen auf dem Campingplatz und so konnten wir uns ein Plätzchen aussuchen. Dann wurden die ersten Campingerfahrung gemacht. Der Untergrund war derart hart, dass wir die Heringe nicht in den Boden einschlagen konnten. Wir schafften es bloss, diese zu verbiegen. Als wir uns dann einen Hammer besorgten, konnten wir unser Problem lösen. Bei dieser Gelegenheit imprägnierte ich gleich auch das Zelt. Mir gefällt es hier, es ist ruhig und alles Notwendige ist vorhanden: Küche, Essraum, WC, Kühlschrank etc. Ein feines Nachtessen machte den Tag komplett. Im Verlauf des Abends gab es noch ein paar „Gäste“. Es scheint, als dass hier auf dem Campingplatz ein paar Maoris wohnen würden. Auf jeden Fall trafen wir auch noch einen alten Mann, der bereits seit 12 Monaten in einer Cabin wohnt, vermutlich aus finanziellen Gründen?
Zielort
David und Elizabeth
Reise-Stationen
64. Tag (11.12.91) Auckland - Dragaville
65. Tag (12.12.91) Dragaville - Kaitaia
66. Tag (13.12.91) Kaitaia
67. Tag (14.12.91) Kaitaia - Paihia
68. Tag (15.12.91) Paihia
69. Tag (16.12.91) Paihia - Auckland
70. Tag (17.12.91) Auckland - Thames
71. Tag (18.12.91) Thames - Coromandel
72. Tag (19.12.91) Coromandel - Waihi Beach
73. Tag (20.12.91) Waihi Beach - Rotorua
74. Tag (21.12.91) Rotorua
75. Tag (22.12.91) Rotorua
76. Tag (23.12.91) Rotorua - Te Araroa
77. Tag (24.12.91) Te Araroa - Gisborne
79. Tag (26.12.91) Te Awanga (Napier)
81. Tag (28.12.91) Masterton - Wellington
82. Tag (29.12.91) Wellington
83. Tag (30.12.91) Wellington - Picton
84. Tag (31.12.91) Picton - Blenheim
85. Tag (01.01.92) Blenheim - Nelson
86. Tag (02.01.92) Nelson
87. Tag (03.01.92) Nelson
88. Tag (04.01.92) Nelson - Punakaiki
89. Tag (05.01.92) Punakaiki - Franz Josef
90. Tag (06.01.92) Franz Josef
91. Tag (07.01.92) Franz Josef - Hokitika
92. Tag (08.01.92) Hokitika - Akaroa
93. Tag (09.01.92) Akaroa
94. Tag (10.01.92) Akaroa - Christchurch
95. Tag (11.01.92) Christchurch
96. Tag (12.01.92) Christchurch
97. Tag (13.01.92) Christchurch - Tekapo
98. Tag (14.01.92) Tekapo
99. Tag (15.01.92) Tekapo - Glenntanner
100. Tag (16.01.92) Glenntanner
101. Tag (17.01.92) Glenntanner - Queenstown
102. Tag (18.01.92) Queenstown
103. Tag (19.01.92) Queenstown
104. Tag (20.01.92) Queenstown - Invercargill
105. Tag (21.01.92) Invercargill - Steward Island
106. Tag (22.01.92) Steward Island
107. Tag (23.01.92) Steward Island - Te Anau
112. Tag (28.01.92) Milford Sound - Te Anau
113. Tag (29.01.92) Te Anau - Wanaka
114. Tag (30.01.92) Wanaka - Fox Glacier Township
116. Tag (01.02.92) Franz Josef - Greymouth
117. Tag (02.02.92) Greymouth - Punakaiki
118. Tag (03.02.92) Punakaiki - Nelson
119. Tag (04.02.92) Nelson
120. Tag (05.02.92) Nelson - Wellington
121. Tag (06.02.92) Wellington - Stratford
122. Tag (07.02.92) Stratford - Waitomo
123. Tag (08.02.92) Waitomo - Tongariro NP
124. Tag (09.02.92) Tongariro NP
125. Tag (10.02.92) Tongariro NP
126. Tag (11.02.92) Tongariro NP
127. Tag (12.02.92) Tongariro NP - Auckland
128. Tag (13.02.92) Auckland
130. Tag (15.02.92) Great Barrier Island
132. Tag (17.02.92) Auckland - Zürich