Goyko Everest Trekking Nepal

Di. 20.11.2012 (24. Tag), Kathmandu
Der letzte Tag in Nepal brach an. Nachdem ich im Hotel ausgecheckt hatte ging ich nochmals nach Thamel wo ich die letzten Souveniers einkaufte. Auf dem Rückweg zum Hotel besuchte ich noch den "Garden of dreams", eine Parkanlage des Kaiser Sumsher aus dem Jahr 1920. Nach dem späteren Zerfall wurde diese Gartenanlage im Jahr 2007 wieder instand gestellt. Die Anlage bietet mit den vielen Nischen und der Bepflanzung offenbar auch Rückzugsmöglichkeiten für verliebten Nepalis...
Meine Reisegruppe flog bekanntlich bereits am letzten Sonntag in die Schweiz zurück. Ich konnte mich für den Transport zum Flughafen einer anderen Reisegruppe vom selben Veranstalter anschliessen, welche vorher das Königreich Bhutan besucht hatten. Während der Rush Hour in Kathmandu fuhr unser Bus durch die verstopften Strassen. Eindrückliche Bilder des Alltags in dieser Stadt begleiteten uns auf diesem Weg. Am Flughafen angekommen galt es nun unser Gepäck einzuchecken. Die Zustände am internationalen Airport waren für unsere Verhältnisse chaotisch. Das Gepäck wurde beim Schalter einfach aufgestapelt, Transportbänder gibt es dort keine. Ich ging davon aus, dass das Verladen des Gepäcks schon klappen wird... Bis wir zum Gate gelangten mussten wir uns 5x einem Security Check unterziehen, dabei wurde man von einem Beamten (bei Männer) oder einer Beamtin (bei Frauen) von Hand kontrolliert, ob man Waffen oder andere verdächtige Ware auf sich trug. Wenn man immer schön geduldig bleibt kommt man zum Ziel. Es war 20:30 Uhr als sich unsere Maschine der Qatar Airways für den Start bereit machte und schon bald verliess ich definitiv den nepalesichen Boden.
Die Zeit in Nepal war toll und ich nahm nur beste Erinnerungen und Eindrücke mit nach Hause. Ich würde die Reise jederzeit wieder antreten!
POI
StromversorgungIm «Garden of dreams»Strelitzien
Mo. 19.11.2012 (23. Tag), Kathmandu
Heute stand Swayambhu auf dem Programm, wo die grösste und ältest Stupa Nepals zu sehen ist. Diese liegt ein paar Klimometer vom Hotel entfernt, so dass ich ein Taxi nahm. Vorher informierte ich mich aber im Hotel noch nach dem Preis für ein Taxi, so dass ich vor der Abfahrt noch "korrigierend" argumentieren konnte (NPR 600 für den Hinweg). 20 Minuten dauerte die Fahrt, auf welcher ich viel spannendes aus dem Alltag zu sehen bekam. Dann ging es ein paar Treppenstufen noch bevor ich vor der riegigen Stupa stand, die bereits ca. 250 Jahr vor Christus gebaut wurde und zu den ältesten der Welt gehört.
Swayambhunath ist ein Tempelkomplex, der im Westen von Kathmandu auf einem Hügel erbaut ist. Das beherrschende Element der Tempelanlage ist der buddhistische Stupa, der von Kathmandu aus betrachtet gut sichtbar von zwei hinduistischen Türmen flankiert wird. Wie an vielen anderen Orten in Kathmandu sind auch in Swayambhunath buddhistische wie hinduistische Heiligenstätten eng verzahnt.
Als ich oben ankam fielen mir gleich die vielen Affen auf welche hier herum turnten. Natürlich fehlten hier auch die Tauben und Hunde nicht... Die Stupa war eindrücklich und die Aussicht über Kathmandu enenfalls, wäre die Luft noch etwas sauberer und klarer. Man sah die Berge des Himalayas noch knapp im Smog. Ich verbrachte einige Zeit auf dem Hügel bevor ich mich wieder zu den Taxis zurück begab. Diesmal brachte mich eine "Karre" zum Hotel zurück, die einem MFK Test bestimmt nicht mehr standgehalten hätte. Offenbar wollte der Chauffeur noch eine innere Stadtführung machen, fuhr er doch durch die engsten Gassen im Juhe und ich hatte lange keine Ahnung wo die Reise enden würde. Aber sie führte tatsächlich vors Yak &Yeti Hotel. Am Nachmittag ging ich wieder in den Stadteil Thamel und beobachtet unterwegs längere Zeit den Verkehr. Offenbar bin ich dabei einem Polizisten aufgefallen der zu mir kam und so unterhielten wir uns über dieses und jenes. Einmal mehr kam ich heute mit eingen Nepalis ins Gespräch, auch wenn es sich nur um banale Gespräche handelte, aber man bekommt so die Leute und ihr Leben positiv zu spüren.
POI
So. 18.11.2012 (22. Tag), Kathmandu
Für unsere Trekkinggruppe war es der letzte Tag in Nepal, sie flogen am Abend in die Schweiz zurück. Ich bleibe noch 2 Tage länger hier und erkundige Kathmandu auf eigene Faust. Am Nachmittag machte ich mich zu Fuss nochmals zum Durben Square auf, dem alten Stadtteil von Kathmandu. Auf dem Weg dorthin passierte ich die engen Gassen, wo die Einheimischen ihre Einkäufe tätigen. Es schien als wäre ganz Kathmandu auf den Beinen und wenn ich bisher der Ansicht war, das Verkehrschaos und Gedränge erlebt zu haben, so erfuhr ich heute nochmals eine Steigerung. Der Markt der Einheimischen war sehr interessant und die Menschen dort zu beobachten genauso. Die Nepalis sind sehr nette und anständige Menschen, ich habe mich bisher nie unwohl gefühlt in den engen Gassen oder Abend wenn wir in der Dunkelheit unterwegs waren. Das sind alles tolle Eindrücke die man nach einer Reise mitnimmt. Man muss sich aber bewusst Zeit nehmen, dies zu erleben.
Kathmandu
Die Hauptstadt Nepals ist (fast) eine Millionenstadt auf 1300m Höhe. Einzig über zwei Strassen kann das Kathmandutal, ein Kessel von rund 30 km Durchmesser, auf dem Landweg verlassen werden. Doch diese Strassen werden zur Monsunzeit immer wieder verschüttet. Eine Kanalisationssystem gibt es in Kathmandu nicht und die Elektrizität bricht immer wieder zusammen. Die Strassen sind in der Nacht unbeleuchtet und viele moderne Geschäfte haben ein Notstromagregat vor dem Laden stehen. Für uns ist der Verkehr absolut chaotisch, aber er funktioniert wie alles andere auch. Einfach anders als bei uns!...
Sa. 17.11.2012 (21. Tag), Kathmandu
Das Frühstücksbuffet war ein Novum auf der bisherigen Reise, aber "richtiges" Brot wird es erst zuhause wieder geben. Wir besammelten uns am Morgen für eine geführte Stadtrundfahrt. Die erste Station war Basantapur (Kathmandu Durban Square), wo einst die Könige residierten und heute ein UNESCO Weltkulturerbe ist. Wir besuchten Tempel um Museen und hatten das Glück auch Kumari zu sehen. Kumari gilt seit dem 16. Jahrhundert als eine Inkarnation der populärsten hinduistischen Göttin Durga. In Nepal wird ein Mädchen als lebende Kumari ausgewählt. Voraussetzungen sind 32 Eigenschaften welcher erüllt werden müssen. Im Kleinkindalter zwischen vier und sieben Jahren wird sie aus der buddhistischen Newar-Ethnie ausgewählt und bis zu ihrer ersten Menstruation als „lebende Göttin“ verehrt. Kumari lebt dabei die ganze Zeit in ihrem "Palast". Einmal im Jahr verlässt die Kumari den Palast, wenn sie in einer Prozession während des Indra Jatra in einem Tempelwagen (Ratha) durch die Strassen gefahren wird. Die Fenster der Tempel sind allesammt aus Teak-Holz und bei genauem Hinsehen erkennt man die vielen kunstvoll geschnitzten Verzierungen. An diesem Ort hat es aber auch viele Arme und Strassenhändler, welche einem dauernd etwas verkaufen wollen (Schmuck, Tiger Balm, Gurkha Schwerter, Flöten etc.). Am lästigsten sind aber die unzähligen Tauben, die von überall hinunter kacken. Da diese bei den Tempeln gefüttert werden ist das nicht weiter erstaunlich. Es gibt dort aber auch Kühe die in der Stadt leben ohne Weiden rundherum!

Wir setzten unsere Reise fort und fuhren nach Pathan, einer weiteren ehemaligen Königsstadt und überquerten dabei die Brücke über den Bagmati River. Dieser Fluss glich dabei eher einer Müllhalde. In Wirklichkeit ist dies aber ein heiliger Fluss wo die Toten bestattet werden, weil der Bagmati River später im Ganges mündet. In Pathan angekommen mussten wir uns dann aber zuerst bei einem Mittagessen stärken. Da wir das Essen auf einer Dachterasse genossen bot sich uns ein wunderbarer Blick über die alte Königsstadt bis hin zu den Himalayagipfeln, die trotz Smog zu erkennen waren. Es war sommerlich heiss und die Stadtführung war fast so anstrengend wie das Trekking zuvor. Wie wir vernahmen hatten die damaligen Herrscher bis zu 30 Frauen, deshalb hatten die Paläste auch so viele Zimmer. Starb aber ein König, mussten die Frauen ihm folgen, sie wurden verbrannt!... Heute gibt es in Nepal aber kein König mehr und dieser Brauch wurde bereits zu frühren Zeiten verboten. Nach dem Besuch des Goldenen Tempels waren wir "döre" und kehrten zurück zum Hotel. Dort konnten wir uns noch ein wenig erholen bis zum Abschlussenen, welches wir in einem Gartenrestaurant in Thamel genossen.
POI
Patan Darbar SquareBasantapur Darbar SquareKumari - the living goddess
Fr. 16.11.2012 (20. Tag), Lukla - Kathmandu
Bereits um 6:00 Uhr ging der Wecker los, bis zum Morgenessen musste das Gepäck bereit sein damit wir mit der ersten Maschine von Lukla nach Kathmandu zurück fliegen konnten. Das Gepäck wurde auf dem Flugplatz noch mit einer manuellen Waage gewogen um sicher zu stellen, dass die Maschine nicht überladen wurde. Dann erfolgte ein Security Check. Ausweise wurden nicht verlangt, man begnügte sich zu fragen welcher Nationalität wir angehören und ob wir Messer oder Scheren im Handgepäck hätten. OK, wir wurden noch kurz abgetastet ob wir noch Waffen unter der Kleidung trugen, aber dann hatte es sich. Die Kleinflugzeuge die in Lukla landen sind kaum 10 Minuten auf dem Boden, dann fliegen sie bereits wieder zurück mit neuen Passagieren. Angesichts dessen, dass es da nur vier "Parkplätze" gibt liegt dies auf der Hand. Um 8:50 Uhr sauste unsere Maschine die Piste hinunter und hob ab. Ich sass auf der rechten Seite und sah zum Schluss bei schönstem Wetter nochmals die Himalayagipfel . Eine knappe halbe Stunde später landeten wir wohlbehalten wieder in Kathmandu. Die Wärme die uns entgegen kam war beinahe schon ungewohnt und wir mussten uns schnell der Jacken entledigen. Wieder in einem richtigen Hotel, wir hausen wie bei der Ankunft im Yak & Yeti, gab es nur noch eines: eine ausgeprägte warme Dusche nehmen! Der restliche Khumbu Staub lief als braune Sauce die Wanne hinunter. Am Nachmittag ging ich in den Stadtteil Thamel, wo sich die meisten Touristen aufhalten weil es dort viele Läden und Lokale nach westlichem Stil gibt. Mit der Rückkehr in die Stadt wurde teilweise auch die Armut wieder sichtbar. Leute die bettelten oder auf der Strasse hausen. Faszinieren war einmal mehr das Chaos auf den Strassen, aber der Verkehr funktioniert irgendwie. Auffällige sind die vielen Motorräder, die alle neueren Modells sind. Ganze Familien vom Baby bis zum Opa sitzen teilweise dort darauf. Zur Minimalausrüstung eines Fahrzeuges gehört immer eine Hupe, ohne diese geht hier nichts!
Zielort
Beim EincheckenVor der FlugpisteUnsere MaschineDie letzten Blicke in die BergeWieder auf festem Boden
Do. 15.11.2012 (19. Tag), Phakding (2610m) - Lukla (2840m)
Wir hatten heute keine Eile mehr, deshalb nahmen wir das letzte Stück des Trekkings erst um 9:30 Uhr unter die Füsse. Phakding, der Ort wo wir übernachteten ist heute offenbar ein Etappenziel des Solukhumbu Trails, einem verrückten 300km langem Lauf bis auf 5000m Höhe. Wegen der Härte des Laufs gibt es nur etwas über 30 Teilnehmer! Für Marathonläufer sei hier noch auf den Everest Marathon hingewiesen ("probably the most adventurous trail run in the world"). Ebenfalls etwas für crazy people. Wir absolvierten unser Weg aber ihn unserem gewohnten Tempo in der mittlerweilen grünen Umgebung. Um 13:45 Uhr durchliefen wir den Torbogen in Lukla, wir sind am Ziel angekommen. Die lange Strasse in Lukla verstärkte den Eindruck des Zieleinlaufs, wir haben es geschafft! Wir bezogen unsere Lodge und hatten anschliessend noch freie Zeit zur Verfügung. Da war es natürlich toll, dass gleich nebenan eine German Bakery war. Wir trafen uns um 17:30 Uhr wieder um alles bereit zu machen für das Abschiedsfest der Porter. Manche haben von zuhause Kleider und Schuhe zum Verschenken mitgebracht, andere haben Teile ihrer Ausrüstung zur Verfügung gestellt. Mit all diesen Sachen wurden 10 in etwas gleichwertige Haufen zusammengestellt und mit einer Nummer von 1 - 10 versehen. Als alle Helfer eingetroffen waren und einem Drink bestellt hatten (die meisten genossen natürlich ein Bier), ging es los. Bei der Tombola konnten jeder Helfer ein Nummer ziehen und erhielt dann den dazu passenden Haufen mit Kleider, Schuhen etc. Die Schweizer Gäste sind dabei offenbar ziemlich beliebt, weil ihre Spenden grosszügig ausfallen. Alle Helfer haben natürlich für ihre Arbeit auch einen fixen Lohn, aber am Ende gibt es jeweils auch immer noch ein Trinkgeld. Ein Chef Guide erhält 100 US$, ein Assistant Guide 70 US$ und die Porters jeweils 60 US$. Am Ende waren alle glücklich und zufrieden und wir verabschiedeten uns von den Porters, die alle in der Nähe von Lukla wohnen und nun nach Hause gingen. Die Trekking Saison im Himalaya geht sowieso dem Ende zu. Um uns auf die baldige Rückkehr angemessen vorzubereiten bestellten die Meisten eine "Swiss Roesti"zum Znacht, was wirklich fein schmeckte. Nach einem Jass nach dem Essen war der Tag schon wieder gelaufen.
Zielort
Unsere LodgeGebetsmühlenEin Trail für Wahnsinnige!Unsere ReisegruppeGeschenke für unsere TrägerUnser Chef GuideNamaste
Mi. 14.11.2012 (18. Tag), Namche Bazar (3450m) - Phakding (2610m)
Zum ersten Mal seit Tagen waren beim Aufstehen die Fensterscheiben im Zimmer nicht mehr gefroren. Der nächte Fixpunkt nach dem Morgenessen war um 11:00 Uhr in der Everest Bakery. Bis dann hatten wir freie Zeit zur Verfügung für Shopping oder um die Stimmung auf dem Markt zu geniessen. Natürlich genossen wir in der Everest Bakery auch noch ein feines Stück Kuchen bevor wir den Abstieg unter die Füsse nahmen. Draussen wehte ein leichter Wind und es war merklich kälter als vor Tagen als wir in Namche ankamen. Das ist auch nicht verwunderlich, ist doch in den Bergen etwas Schnee gefallen. Im Abstieg kamen wir nochmals zu der Stelle, wo wir zum ersten Mal den Everest erblickten, jetzt war es das letzte Mal. Byebye Everest. Etwas später kamen wir zur ersten von vier Hängebrücken und mussten dort warten weil uns gerade eine Maultier und Yak Karavane über die Brücke entgegen kam. Es war eindrücklich wie die Tiere die extrem steile Passage gleich nach der Brücke meisterten! Ein kleiner Zwischenfall nachhher lief glimpflich ab. Ein Teilnehmer unserer Gruppe stand auf der Talseite beim Passieren einer weiteren Yak Karavana. Plötzlich scherte ein Tier seitlich aus und weg war er. "Voni", so heisst der Teilnehmer, stürtzte 5 - 10 Meter in die Tiefe. Er hatte wohl Glück und kam mit Schürfungen und Prellungen davon. Den Weg zum Arzt konnte er sich sparen: er ist selber Arzt... Da ich immer von meiner Pizza geschwärmt hatte welche ich beim Austieg im selben Restaurant gegessen hatte, bestellten jetzt fast alle solch eine Pizza. Die Küche wurde dann etwas gefordert, sie meisterte es aber. Als wir aufbrechen wollten kam eine Schar Kinder hinein und begann zur Musik zu tanzen. Lange dauerte es nicht und die ganze Gruppe machte mit. Es handelte sich dabei einen hinduistischen Brauch der sich "Tihar" nennt und 3 Tage lang andauert. Wieder weiter zu Fuss unterwegs verliessen wir den Sagarmatha Nationalpark. Nach rund 4 Std. Marschzeit erreichten wir Phakding. Auch hier kannten wir die Lodge bereits vom Aufstieg, so dass wir uns bei der Ankunft schon fast heimisch fühlten.
Internet und Handy
In fast allen Orten bis auf 5100 Meter gibt es die Möglichkeit ins Internet zu kommen dank Satellitenverbindung. "Highspeed Internet" wie überall angeschrieben ist aber relativ. Teilweise war mein Bartwuchs schneller als die Aufbereitung einer Internetseite oder es waren alte Geräte mit noch älteren Browsern mit denen es sich kaum surfen liess!... Die Kosten für 1 Stunde Internet beliefen sich umgerechnet zwischen 6 und 15 Franken pro Stunde.
In Nepal gibt es zwei mobile Netze. Das lokale nepalesiche Netz war auf der Route viel dichter. Ich war erstaunt, wie viele Porters über ein Handy verfügen. Das internationale Netz ist nur an bestimmten gut frequentierten Punkte auf der Route verfügbar. In Gorak Shep, dem letzten Ort gleich vor dem Everest Basislager, steht unübersichtlich eine Handy Antenne welche das Basislager versorgt. Deshalb haben in der heutigen Zeit auch alle Expeditionen die selben aktuellen Wetterinformationen, so dass bei einer Schönwetterperiode alle gleichzeitig auf den Gipfel zu stürmen versuchen.
POI Zielort
Wir verlassen Namche BazarWas hier wächst muss nicht hinaufgetragen werdenWir lassen den Everest Nationalpark nun hinter uns
Di. 13.11.2012 (17. Tag), Dingboche (4410m) - Namche Bazar (3450m)
Es gibt am Morgen angenehmeres als die Trekkingschuhe anzuziehen welche Gefriehrtemperatur haben! Als wir um 7:30 Uhr losmarschierten lag das Tal immer noch im Schatten. Die Berghänge oben waren auf beiden Seiten leicht verzuckert, da es gestern geschneit hat. Wir befinden uns nun im Abstieg. Nachdem wir gestern die 5000er Grenze unterschritten haben verliessen wir heute auch die 4000er Grenze. Das macht sich bemerkbar dass die Berge um uns herum wieder höher werden und die Vegetation wieder üppiger wird. Der rechten Flusseite entlang führte uns der Weg abwärts. Nach einer knappen Stunde erschien die wärmende Sonne. Bald schon erreichten wir den Everest "Highway". Das ist die direkt Strecke zwischen Lukla und dem Everest Base Camp. Zu dieser Jahreszeit hat es jedoch nicht mehr so viele Trekker unterwegs, dennnoch waren wir nicht alleine unterwegs abgesehen von den Yak-Karavanen welche Güter transportierten. Wir mussten die Talseite wechseln und kamen wieder auf die Schattenseite wo wir den ersten Gegenaufstieg nach Tengboche vor uns hatten. In leicht verschneiten Rhodondendronwälder gewannen wir wieder die notwendige Höhe. Nach knappen 4 Std. Marsch erreichten wir Tengboche, welches vor allem wegen dem Kloster bekannt ist. Der Blick von hier aus zurück war toll, die hohen Bergen inkl. der Mt. Everest zeigten sich uns zum Abschied nochmals in voller Pracht. Nach dem Mittagessen hatten wir die Gelegenheit, das Kloster zu besuchen. Das war genauso spannend wie interessant als wir den Gebetsraum betreten konnten. Der Raum war herrlich bemalt und verziert, und vorne waren Buddha Statuen. Zur Zeit leben dort offenbar 35 Mönche im Alter zwischen 12 und 98 Jahren.
Die Trekkingschuhe wieder angezogen ging es gleich rassig 500m eine Schlucht hinunter, wo wir diese schlussendlich über eine Hängebrücke passieren konnten um dann erneut einen Gegenaufstieg machen zu müssen. Als wir die Höhe wieder geschafft hatten waren wir nicht unglücklich. Wir erreichten den Weg, welchen wir bereits vor 11 Tagen in umgekehrter Richtung gemacht hatten von Namche Bazar aus. Der Kreis hatte sich wieder geschlossen. Nach knapp 8 Stunden Marschzeit erreichten wir wieder Namche Bazar und damit einen grösseren Ort wo uns auch wieder Annehmlichkeiten zur Verügung standen wie z.B. eine fliessende warme Dusche!...
Porter, Yaks und Guides
Alles was hier benötigt wird an Baumaterial und Lebensmittel wird grundsätzlich hinauf getragen, inklusive dem Gepäck der Touristen. Dort wo es möglich ist, d.h. vor allem auf der Hauptroute, werden oft Yaks oder eine Mischung von Yaks und Kühen eingesetzt. Auf der Route welche wir machten geht es über einen Pass (Cho-La), wo diese Tiere nicht durchkommen. So wird unser Gepäck von Porters getragen. Unsere Porters tragen um die 30 kg, andere bis zu 50 kg. Wenn ein Porter über 70 kg trägt verdient er das doppelte! Oft sah ich Posters, welche schwere Baumaterialien trugen. Ganze Chemineeofen, mehrere grosse Holzplatten, eine Stapel Gartenstühle, mehrere Fensterscheiben etc. Es ist schlicht unglaublich was hier geleitstet wird und manchmal macht dies einem schon ziemlich nachdenklich. Es sind bereits Jugendliche, die als Porter arbeiten. Zwar besteht hier 7 Jahre Schulpflicht und man darf erst ab 20 Jahren als Porter arbeiten, aber dies ist Theorie. Wenn die Jungen keine andere Arbeit finden dann beginnen sie eben schon viel früher mit dem Tragen von Lasten. Mit auf unserem Trekking sind Guides, die lokal alles organisieren. Bei unserer Gruppe sind ein Chef Guide und zwei Assistant Guides dabei die sich um unser Wohlbefinden kümmern. In den "Restaustants" und Lodges hat es nie Personal. Es ist jeweils die Aufgabe der Guides, das Essen zu bestellen und zu servieren.

"Without porters, most trekkers wont be here" (unterwegs gelesen)
POI Zielort
Blick zurückKloster Tengboche Im Gebetstraum des KlostersFoodnachschub für TouristenUnglaublich was hier alles hochgeschleppt wird!
Mo. 12.11.2012 (16. Tag), Chhukhung (4730m) - Dingboche (4410m)
Eigentlich stand heute der Chhukhung-Ri (5500m) auf dem Programm, aber es hatte niemand wirklich Lust dazu und so machte ich mich auch nicht stark dafür. Ich wäre gerne wegen der Aussicht da hinaufgestiegen, aber nicht ohne vorheriges Frühstück! So kam es, dass wir ausschliefen bis die Sonne in unser Zimmer schien. Um 9:30 Uhr liefen wir los. Während sich die Gruppe bereits an den Abstieg machte stieg ich alleine noch etwas hoch. Ein rotes Blumenmeer weiter oben entpuppte sich als Berberitzen. Noch weiter oben auf einer Moräne wehten Gebetsfahnen im Wind. Bis dorthin stieg ich noch weiter auf und erreichte so nochmals die 5000 Meter Grenze. Ich genoss die Höhe im Bewusstsein, dass ich zum letzten mal so hoch sein werde. Die umliegenden Berge strahlten in der Morgensonne und der Chhukhung-Ri lag nun auch vor mir. Etwas weiter weg stand er Island Peak, wo zwei von unserer Gruppe den Aufstieg in Angriff nahmen. Wie wir am Abend vernahmen waren sie auch erfolgreich auf dem Gipfel auf 6180m angekommen! Weiter unten wartet Domi, der Assistant Guide, so dass ich bald wieder abstieg. Als ich bei Domi angelangt war schlug dieser ein hohes Tempo an, er wollte offenbar schnell nach Dingboche kommen. Ich war zwar auch flott unterwegs, übernahm sein Tempo aber nicht da es keinen wirklichen Grund zur Eile gab. Um 12:15 Uhr errichte ich die Lodge in Dingboche. Jetzt wurde mir auch klar, weshalb die Porter und Guides so schnell hier unten sein wollten: Ich traf sie beim Billiard spielen in einer Hütte neben der Lodge!... Am Nachmittag ging ich in Mamas Bakery und gönnte mir ein Stück Kuchen mit einem Tee. Draussen begann es ganz leicht zu rieseln. Schlägt nun das Wetter um?
Zielort
So. 11.11.2012 (15. Tag), Chhukhung (4730m) - Island Peak B.C. (5140m) - Chhukhung (4730m)
Wir unternahmen einen Ausflug im Island Peak Base Camp. Der Island Peak ist 6180m hoch und alle Trekking Teilnehmer hatten vorgängig die Möglichkeit, sich optional für die Besteigung anzumelden. Ich tat es nicht, nachdem ich mir dies zuhause lange überlegt hatte. Ursprünglich wollten 5 Teilnehmer die Besteigung wagen, drei mussten aber Forfait geben wegen Erkältung oder anderer Einschränkungen die während des Trekkings aufgetreten sind. Ich selber bin topfit, hatte bisher glücklicherweise nie Probleme weder mit der Höhe noch mit der Verdauung. Ich spüre ein grosse Energie in mir und geniesse den Himalaya in vollen Zügen. Der Marsch zum Base Camp dauerte 3 Stunden und dort angekommen wurden wir in einem grösseren Esszelt verpflegt. Das Essen dort war sensationell und eine willkommene Abwechslung. Tibetanisches Brot, Kichererbsen, (Magic :-)) Mushrooms, Kartoffeln, Salat und etwas Enten-Dosenfleisch bildete das Hauptmenu. Was der Koch hier auf 5100 Meter gezaubert hatte war toll. Zum Schluss gab es sogar noch einen selber gebackenen Kuchen, mmh! Im Base Camp war auch Dawa, ein Sherpa Guide welcher bereits 13x auf dem Mount Everest war! Er wird die beiden unserer Gruppe morgen auf den Island Peak begleiten. Wir Nicht-Bergsteiger stiegen nach dem Essen wieder nach Chhukhung ab und verbrachten die Nacht statt in einem Zelt wieder in einer "warmen" Lodge...
Lhotse Südwand
Der Lhotse ist mit 8516 Metern der vierthöchste Berg der Erde. Seine Südwand fällt über 3000 Meter ab (!). Diese zählt durch den enormen Höhenunterschied und die extreme Meereshöhe zu den klettertechnisch schwierigsten und gefährlichsten Wänden der Erde.
Die Erstbesteigung des Lhotes gelang am 18. Mai 1956 einer Schweizer Expedition. Fritz Luchsinger und Ernst Reiss waren die Ersten einer elfköpfigen Mannschaft die unter der Leitung von Albert Eggler den Gipfel erreichten.
Am 24. April 1990 will der Slowene Tomo Cesen eine Durchsteigung der Lhotse-Südwand bis zum Gipfel geschafft haben, kann jedoch keine eindeutigen Beweise vorlegen.
Offiziell gelten die beiden Russen Vladimir Karatayev und Sergej Bershov als die Ersten, welche am 16.10.1990 die Südwand über den Zentralpfeiler durchstiegen haben.
POI
Der Bach ist am Morgen noch grösstenteils gefrorenenVor der Lhotse SüdwandDie Zelte vom Basecamp sind in SichtBeim Island Peak BasecampDie Küchencrew verwöhnt uns mit einem feinen MittagessenSogar einen Geburtstagskuchen gab es! Impossante Eiswand
Sa. 10.11.2012 (14. Tag), Dingboche (4410m) - Chhukhung (4730m)
Den ganzen Vormittag hatten wir zur freien Verfügung. Nach den Anstrengungen der letzten Tagen schätzten wir dies sehr, vor allem auch weil wir Ausschlafen konnten. Nach dem Mittagessen folgte noch ein kurzer 2-stündiger Aufstieg nach Chhukhung. Wir begaben und immer weiter in den Talkessel, rechts die mächtige Lhotse Südwand, links der Ama Dablam und vor uns der Island Peak und weitere hohe Berge. Als wir bereits wieder in der neuen Lodge waren zogen, wie meist in den letzten Tagen, die Wolken auf. Kurz vor Sonnenuntergang lichten sich die Wolken jeweils und ich stand 3/4 Stunde draussen in der Kälte und beobachtete das Naturschauspiel. Da erscheint in einem Nebelloch ein Gipfel im Abendrot, dann sah man wieder die Silhouette einer Bergkette. Spannender und imposanter als mancher Kinofilm.
Lodges:
Wir übernachten auf dem Trekking in Lodges. Dies sind meist mit einer Trockensteinmauer gebaut und inwendig mit 8mm Sperrholz ausgekleidet. Andere sind mit einer Holzkonstruktion gebaut, aussen mit Blech verkleidet und innen ebenfalls mit 8mm Sperrholz verkleidet. Isolation kennt man hier nicht, genauso wie dichte Fenster oder Mehrfachverglasung. In den "Schlafzimmern" wird es da Nachts jeweils ziemlich frisch. In einer Nacht zeigte mein Thermometer innen -7°C an. Man überlegt es sich dann jeweils mehrfach, ob man nachts wirklich auf das WC gegen will/muss...
Daneben gibt es immer einen grossen Esssaal mit einem zentralen Ofen. Am Abend wird hier geheizt und alle versammeln sich in diesem Raum, dem einzigen welcher geheizt wird. Unter 4000m, wo es noch Bäume gibt, wird mit Holz geheizt und gekocht. Oberhalb dieser Grenze dient Yakdung als Brennstoff zum Heizen und gekocht wird mit Brennflüssigkeit. Der Toast zum Zmorgen schmeckt dann auch oft dementsprechend...
POI Zielort
Dingboche«Hotel Grand Himalayan» die Unterkunft von letzter NachtJerzy Kukuczka Memorial, der 1989 als Erster versuchte die Lhotse Südwand zu durchsteigenSpeisekarte
Fr. 09.11.2012 (13. Tag), Gorak Shep (5160m) - Dingboche (4410m)
Im Schein der Stirnlampen liefen wir um 4:30 Uhr Richtung Kala Patthar, unser Atem kondensierte bei -16°°C Aussentemperatur. Ich war aber froh, dass wir endlich unterwegs waren, da mein Bett in der Lodge kaputt war und das Liegen eine Qual war. Ganz langsam schritten wir immer höher, auf 5000m Höhe geht nichts mehr schnell, vor uns direkt stand der Pumori. Nach einer Stunde war es bereits so hell, dass man die Berge rund herum klar erkennen konnte, Morgenröte zeichnete sich ab und der Mount Everest wurde immer grösser sichtbar. Nach 2 Stunden, um 6:30 Uhr, standen wir auf dem Gipfel des Kala Patthar auf 5510m. Die Kälte steckte ich weg und genoss den Anblick. Ich stand nun vor dem Mount Everest! Das Basislager lag tiefer unten und ist um diese Jahreszeit leer. Die Temperaturen sind zu kalt um dieses Jahreszeit und in der Höhe über 7000m gibt es starke Winde welche eine Besteigung des Everest verunmöglichen. Der berühtmt berüchtigte Khumbu Eisfall war ebenfalls gut zu sehen. Unglaublich was sich die Bergsteiger hier antun. Eigentlich heisst der Mount Everest "Sagarmatha", der Name Everst stammt aus dem Jahre 1857 vom Vemesser George Everest. Unsere Gruppe stieg schon bald wieder ab, ich blieb noch eine knappe Stunde auf dem Gipfel. Den Sonneraufgang wollte ich mir nicht nehmen lassen am Everest. Es war ein herrliches Gefühl! Den Abstieg nach Gorak Sherp brachte ich dann in 3/4 Stunden rassig hinter mich.

Jetzt hiess es packen und frühstücken. Wir hatten noch einen weiten Weg nach Dingboche vor uns. Wir verliessen das Khumbu Tal mit den grossartigen Bergen. Unterwegs passierten wir noch eine Gedenkstätte von verunglückten Bergsteiger im Himalaya. Alleine am Everest sind seit der Erstbesteigung 1953 über 500 Bergsteiger tödlich verunglückt! Wir stiegen weiter ab und kamen an einer Verpflegungsstätte vorbei wo wir Lunch assen. Nach dem Essen lagen alle auf den Bänken oder in den Stühlen. Die letzten Tage waren anspruchsvoll gingen nicht spurlos an uns vorbei. Aber noch immer lag ein Stück vor uns. Wie fast jeden Tag zog am frühen Nachmittag Nebel auf. Nach 7 1/2 Stunden Marschzeit erreichten wir endlich unsere Lodge in Dingboche. Nach Tagen konnte ich auch wieder einmal eine warme Dusche geniessen, war das herrlich. Das Nachtessen wich heute von den üblichen Menüs ab. Wir kamen in den genuss eines Gerber Fondues mit Kartoffeln, mmmh !...
Gletscher
Erstaunt hat mich, wie wenig Eis die Gletscher noch haben im Verhältnis zu den grossen und lange Moränen. Ein Bericht des WWF stellte fest, dass 67 % aller Gletscher im Himalaya abschmelzen. Einige Gebiete des Himalayas erwärmen sich fünf mal so schnell wie der globale Durchschnitt.
Ausnahmslos alle Gletscher in der Region um den Mount Everest befinden sich im Rückgang. Der Khumbu-Gletscher in der Nähe des Mount Everest zog sich seit 1953 um etwa 5 km zurück. Die Problematik wie wir sie in den Alpen kennen besteht somit auch auf dem Dach der Welt!
POI Zielort
Vor dem Mount Everest und das Everest Basecamp zu FüssenIm Abstieg nach Gorak ShepGedenkstätte
Do. 08.11.2012 (12. Tag), Zhongla (4830m) - Gorak Shep (5140m)
Die Meisten waren noch etwas mitgenommen von gestern als wir um 9:00 Uhr die Lodge verliessen. Während den ersten 1 1/2 Stunden unseres Weges ging es immer leicht auf und ab. Dann öffnete sich uns auf der linken Seite ein neues Tal und plötzlich standen Pumori, Nuptse und weitere weisse Riesen vor uns. Es war umwerfend, genial dieser Anblick. Er verlieh mir einen zusätzlichen Schub und ich konnte mich kaum satt sehen. Nach insgesamt 3 Stunden Marsch erreichten wir um 11:00 Uhr Lobuche, wo wir den Mittagshalt machten. Es ist der letzte grössere Ort vor dem Base Camp. Nachdem alle ihr Menu bestellt hatten boten wir einen lustigen Anblick: Fast alle lehnten sich auf der Essbank zurück und begannen zu dösen. Ein Powernäppchen vor dem Essen. Nach dem Essen schaute ich mich noch ein wenig in Lobuche um bevor wir den Rest der Strecke unter die Füsse nahmen. Zuerst führte der Weg weiter immer leicht aufwärts dass man es kaum merkte. Ich hatte das Gefühl, dass ich so noch 1000 Meter höher hätte laufen können. Vor Gorak Shep stieg es dann aber stärker und der Atem wurde wieder schneller. Wir stiegen eine Moräne hoch und querten den Gletscher fast ohne es zu merken, da er komplett mit Steinen und Kies bedeckt war. Die Uhr zeigte 14:30 Uhr als wir Gorak Shep erreichten. Der Ort war grösser als ich erwartete und mir fiel gleich die grosse Handy Antenne ins Auge. Diese dient auch der Versorgung des Everest Base Camps und liegt damit geografisch an einem guten Ort. Ich schoss noch einige Fotos vom Nuptse (7855m), welcher ein tolles Sujet bot. Den Mt. Everest sah man noch kaum. Wenn man sich aber gut achtete konnte man den Gipfel sehen, der sich kaum vom Grat des Nuptse abhob. Erst beim Abendrot bot sich die Tiefenwirkung und die Spitze des Everest leuchtet in der Abendsonne. Draussen wurde es kalt und so spielten wir drinnen wieder einen Jass bis zum Nachtessen. Da morgen bereits wieder früh Tagwache angesagt war, ging es früh mit uns in die Schlafsäcke: Es war 19:30 Uhr. Im Bett wurde es immer unbequemer und erst jetzt merkte ich, dass mit meinem Bett etwas nich in Ordnung war. Das Holz auf dem ich lag war gebrochen und die Kante drückte in meinen Rücken. Kopf- und Fussseite zu wechseln brachte auch nicht die gewünschte Besserung und ich überlegte ob ich nun Fluchen oder Ausharren soll. Mangels Alternativen, die Lodge war pumpsvoll, blieb mir nur das Verharren...
Zielort
Der Cho La Pass liegt hinter unsUnsere PortersLobuchePower NäppchenGorak Shep, der letzte Ort unmittelbar vor dem Everst Basecamp
Mi. 07.11.2012 (11. Tag), Tragnak (4700m) - Cho La Pass (5360m) - Zongla (4830m)
Heute stand die Königsetappe auf dem Programm. Wir sind nun quasi am "point of no return", weil wir vom Gokyo Tal ins Khumbu Tal wechseln. Die Tagwache war einmal mehr bereits um 4:00 Uhr. Wieder mussten wir zuerst das Gepäck bereit machen für die Porters, welche heute auch gefordert wurden. Um 5:50 Uhr verliessen wir die Lodge und nahmen in der Finsternis den Weg unter die Füsse. Der Weg war breit und im Schein der Stirnlampen schritten wir voran, immer leicht steigend in ein Tal hinein. Es war frisch draussen, doch sobald die die Sonne jeweils kommt wird es angenehm warm. Unterwegs hörten wir immer wieder das Schnattern und Krähen der Himalaya Gänse, die an den Hängen umher irrten. 2 Stunden hatten wir, bis wir einen breiten Grat erreichten. An diesem Punkt ging die Sonne über den Berggipfel auf und wir erblickten den Cho La Pass, ein Einschnitt in der Bergkette ohne erkennbaren Weg. Es schien ziemlich steil zu werden. Als wir weiter marschierten mussten wir zuerst wieder 150m absteigen, dann gelangten wir auf Blocksteine und Geröll. So führte dann der Weg immer steiler aufwärts. Im Aufstieg herrschte eine richtige Völkerwanderung. Für Yaks gibt es hier kein Durchkommen mehr, aber auch für die Trekking Touristen wurde es anspruchsvoll, geschweige denn für die Porters mit dem schweren Gepäck. Ich fühlte mich sehr gut und stieg relativ locker auf. Es gab aber viele Leute die auf ihre Zähne beissen mussten und nach Sauerstoff japsten. Ich überholte auch einen Touristen der kaum noch selber gehen konnte und von Guides gestützt werden musste. Nach 4 Stunden Aufstieg erreichten wir um 9:30 Uhr die Passhöhe. Was für ein grosses Gefühl. Gebetsfahnen flatterten im Wind und vor uns landete der Blick auf dem Gletscher und eine neue Bergkette stand vor uns. Es war herrlich auf 5360 Meter. Wir machten eine länger Pause und ich ass meinen Lunch welchen wir mitkriegten, da wir heute in dieser Höhe keine Verpflegungsstätte passierten. Nach 10 Tagen Vegetarier war es nun Zeit für ein Päckli Mostbröckeli. Mmmm, so feine Mostbröckeli hatte ich wohl noch nie!... Ich fühlte mich richtig "High" und genoss den Moment und die Aussicht. Die Vorbereitungen zuhause auf das Trekking schienen Früchte getragen zu haben und ich spürte eine innere Freude, das ganze so relativ einfach geschafft zu haben. Nun ging es an den Abstieg und wir begaben uns auf den Gletscher. Dieser hatte kaum Spalten und wir waren nur ein kurzes Stück auf dem Eis, dann gelangten wir wieder auf Geröll und Blocksteine. Nach einer weiteren Marschstunde hatten wir das Gröbste hinter uns und machten nochmals eine Pause. Die Meisten legten sich nun hin und begannen in der Sonne zu dösen. Meine Nase lief heute den ganzen Tag ziemlich stark, aber ich war nicht erkältet. Beim Blick aus dem Tal heraus zeigt sich majestätisch der Ama Dablam. Nun lag nur noch ein leichter Abstieg vor uns, das letzte Wegstück war gemütlich. Es schien, als seien wir auf einer Herbstwanderung. Das Gras war braun, ein Bach plätscherte neben dem Weg und und die Berge leuchteten in ihrem weiss. Es war 13:30 Uhr als wir nach knappen 8 Stunden Dzhonglha erreichten. Alle fühlten sich nach den letzten beiden strengeren Tage mehr oder weniger müde und waren froh, das heutige Etappenziel erreicht zu haben. Wir genossen den Welcome Tee bei der Lodge. Am Nachmittag zogen wieder Wolken vom Tal auf, die bis zum Sonnenuntergang aber wieder verschwanden.
Mittlerweile haben die meisten den "Khumbu Husten", ich bildete eine glückliche Ausnahme. Kalte trockene Luft und der viele Staub von den trockenen Wegen sind die Ursachen für die gereizten Schleimhäute.
POI Zielort
Morgens um 6:30 Uhr ein Blick zurückCho La Pass (5360m)Die Höhe ist geschafft, jetzt geht es wieder abwärtsBlick auf die andere Seite des Cho La PassesGipfel-/PassfotoUnsere Unterkunft «Hotel Zongla Inn»
Di. 06.11.2012 (10. Tag), Gokyo (4800m) - Gokyo Ri (5460m) - Tragnak (4700m)
Die Sterne leuchteten am Himmel und liessen sich von unseren Stirnlampen nicht beirren, als wir um 4:20 Uhr Richtung Gokyo Ri unterwegs waren. Vorher hatten wir noch kurz einen Tee getrunken, dass Morgenessen gab es erst nach der Rückkehr vom Gipfel! Die Temperatur war ziemlich kalt, geschätzte -15°C, gefühlt noch weniger! Ich ging davon aus, dass ich im Aufstieg noch wärmer kriege. Wie ein Glühwürmchen stieg unsere Gruppe den Berg hoch. Die erste Stunde war es noch stockfinster, dann setzte bereits die Morgendämmerung ein. Bereits erblickten wir den Lhotse, an welchem eine Wolkenfahne hing die immer mehr orange leuchtete. Der Mt. Everest gleich neben dem Lhotse blieb hingegen noch farblos. Um 6:30 Uhr ging dann die Sonne am Horizont auf und es wurde schnell wärmer. Es war ein schöner Sonnenaufgang für welchen es sich lohnte "etwas früher" aufzustehen. Wir genossen den Gipfel und das tolle Panorama bevor wir die 700m Abstieg wieder unter die Füsse nahmen. Einigen setzte der Abstieg dann schon etwas zu. Um 8:15 Uhr erreichten wir wieder die Lodge in Gokyo. Jetzt hiess es wieder zuerst packen damit die Porters starten konnten, dann gab es (endlich) das Frühstück welches unseren leeren Magen Boden verleihte. Um 10:00 Uhr waren wir wieder "ready" für den Weitermarsch. Wir überquerten einen mit Schutt und Steinen bedeckten Gletscher um auf die andere Seite zu gelangen. Am Mittag erreichten wir Tragnak, unser Etappenziel des heutigen Tages. Wir bezogen eine sehr saubere und gute Lodge, wo wir uns den restlichen Nachmittag erholen konnten. Beim schon fast alltäglichen Jass nahm ich Platz neben dem Ofen, der mir mit der Zeit mächtig eingeheizt hatte. Es war fast wie in der Sauna. Zum Nachtessen musste ich denn den Platz wechseln, sonst wäre es nicht gut gekommen.
POI Zielort
MorgendämmerungDie ersten SonnenstrahlenUnsere Gruppe hat es geschafftIm Abstieg nach GokyoTibet-KönigshuhnEiskristalle an unserer ZimmerscheibeÜberquerung des Gletschers
Mo. 05.11.2012 (9. Tag), Machermo - Gokyo (4800m)
Die Fenster in unserer Unterkunft waren gefroren als wir um 7:00 Uhr aufstanden. 2°C betrug die Zimmertemperatur noch. Sobald jedoch die Sonne scheint wird es angenehm war. Um 8:40 Uhr verliessen wir bei Sonnenschein Macchermo, der Weg ging vorerst noch gemütlich bergauf. Nach einer grösseren Steigung erreichten wir in eine Talebene mit einem kleinen See und hunderten von Steinmanndli. Noch etwas weiter folgte ein zweiter, grösserer türkisfarbener See. Herrlich ist es hier und immer eine imposante Bergkulisse inklusive. Bald schon konnten wir auch schon das Ziel von Morgen erblicken, den 5400m hohen Gokyo Ri. Doch heute war Gokyo auf 4800m unser Ziel, welches wir kurz nach dem Mittag, nach 3 1/2 Stunden Marschzeit, erreichten und wo wir auch gleich das Mittagessen bestellten und uns sättigten. Den restlichen Nachmittag hatten wir zur freien Verfügung. Ich stieg am Nachmittag noch die Moräne hoch hinter Gokyo und blickte auf den riesigen Gletscher vom Cho Oyu, der jedoch grösstenteils mit Geröll und Schutt bedeckt war. Morgen werden wir diesen Gletscher überqueren. Wieder zurück in Gokyo schlenderte ich um die Häuser und Lodges und bemerkte, dass sich unterhalb unseres Zimmers ein grosser Haufen Yakdung befand. Naja, getrocknet soll er ja noch (gross) riechen. Die untergehende Sonne beleuchtet die weisse Bergkette im warmen Abendrot, eine tolle Stimmung herrschte vor dem Tagesende. In der Höhe spüre ich immer mehr die Kälte, so dass ich meine neue Errungenschaft aus Namche Bazar, eine Daunenjacke, auf dem Rucksack auspackte. Bereits um 20:00 Uhr lag ich dann im Schlafsack, morgen geht es sehr früh wieder los.
Zielort
Unser Gepäck das hochgetragen wirdGokyo (4800m)Goyko Ri - unser Ziel von MorgenUnser ZimmerInternet CaféWarmwasseraufbereitung
So. 04.11.2012 (8. Tag), Machermo (4400m)
Wir genossen einen Ruhetag was aber nicht heisst, dass wir den ganzen Tag auf der faulen Haut liegen. Die letzte Nacht schlief ich nicht so gut, das "Bett" war nicht sonderlich bequem. Bei 3-4 cm Dicke des Schaumstoffs liegt jeder der mehr als 70 kg wiegt auf dem Holzrost. Als die Sonne wieder in unser Zimmer schien sah ich, was sich alles so in der Luft befindet!... Staubalergiker haben hier ein schweres Leben. Da auf dieser Höhe keine Bäume mehr wachsen kann auch nicht mehr mit Holz gekocht werden. Stattdessen wird Flüssigbrennstoff verwendet, was man beim Morgenessen an meinem Toast an merkte...
Um 8:45 Uhr verliessen wir unsere Lodge um eine nahe Moräne zu besteigen die auf der oberen Seite den Ort umgab. In einer Stunde liefen wir bis auf 4620m Höhe, wo wir uns an ein lauschiges Plätzchen im Windschatten begaben und uns hinlegten. Wir genossen den Moment und die umliegenden Bergen. Alle dösten in der Sonne, es war absolut still und friedlich hier oben. Der Vormittag war wie ein Geschenk welches wir gerne annahmen. Bis zum Mittag wollten wir wieder zurück sein. Im Abstieg passierten wir noch eine Herde Yaks welche frei grasten. Am Nachmittag war wieder einmal eine Dusche angesagt. Dazu erhielt man einen Kübel Wasser zum Preis von 500 Rupien (ca. 5.50 CHF), aus dem man sich mit einem kleineren Gefäss das Wasser über den Körper goss. Am Anfang etwas angewoht, aber es funktioniert auch so.
Am Nachmittag gingen wir zur nahen Rescue Post, eine Art Klinik wo wir einen Vortrag über Höhenkrankheit besuchten. Es wurde erklärt wie man diese Krankheit erkennen kann und was man dagegen tun soll. Zur Vorbeugung kann man das Medikament Diamox verwenden, welches ich selber aber nicht verwende. Die Hälfte meiner Gruppe verwendet dieses Medikament. Am Schluss der Vortrages konnte man noch seine Sauerstoffsättigung im Blut messen lassen. Ich kam auf sehr gute 92%, bei einer Höhe wo der Sauerstoffgehalt in der Luft noch 50% beträgt.
Rescue Post
Der Ursprung der medizinischen Versorgung in der Höhe durch freiwillige Ärzte geht in die 90er Jahre zurück. Damals erkrankte ein Porter an der Höhenkrankheit und starb, weil für ihn keine Hilfe verfügbar war. Die Gegend wird auch "Death Valley" genannt, weil man hier mit Höhenkrankheit nicht direkt absteigen kann, der Abstieg ist immer mit einem mühsamen Gegenaufstieg verbunden. Touristen mit Höhenkrankheit werden mit einem Heli ausgefolgen, da hier jeweils eine Versicherung zahlt, die Porters werden von 5-6 Leuten hinunter getragen. Hier zeigt sich die Zweiklassengesellschaft, die noch immer herrscht diesbezüglich! In der Rescue Post erhalten Porters heute Schutz und medizinischer Versorgung wenn notwendig. Die medizinische Behandlung für Porters und lokale Einwohner kostet 50 Rupien (55 Rappen), Touristen bezahlen 50 US$
MorgenmondMachermo liegt uns bereits zu FüssenIm Aufstieg unserer AkklimatisierungstourMorgen geht es dieses Tal hoch nach GoykoYakVortrag in der Rescue Post
Sa. 03.11.2012 (7. Tag), Dole (4050m) - Machhermo (4470m)
Als die Sonne am Morgen in unser Zimmer schien wurde es sofort wärmer. Draussen war makellos blauer Himmer zu sehen. Da heute keine grosse Etappe bevorstand konnten wir den Tag gemütlich und ohne Eile angehen. Der Weg führte aber gleich zu Beginn bergauf, nichts mit locker anlaufen. Nach einer Stunden standen wir dafür bereits so weit oben, dass wir Richtung Süden die weissen Schneeriesen sahen, welche hauptsächlich vom 8188m hohen Cho Oyu geprägt werden. Es soll sich dabei um einen "leichten" 8000er handeln!... Der Weg wurde wieder gemächlicher und bereits um 13:30 Uhr erreichten wir unsere nächste Lodge. Im nahen eiskalten Bach wusch ich mir die Füsse. Nebel zog vom Tal auf und die Sonne wurde bald verdeckt, es wurde "frischer". So zogen wir uns ins Innere zurück und fingen wieder an zu jassen.
Auf dem Trekking essen wir zweimal am Tag richtig (Mittag und Abend), aber man braucht dies auch. Der Appetit ist vorhanden, auch wenn wir langsam merken, dass die Auswahl der Speisen stark abnimmt. Vor dem Abendessen wird im Esssaal der Ofen jeweils kräftig angefeuert, so dass es drinnen gemütlich warm wird. Nach dem Essen nimmt aber die Wärme wieder ab und so verkriechen wir uns relativ früh gerne in den warmen Schlafsack.
Zielort
«Dole Resort» wo wir genächtigt habenSpielende KinderBlick auf MachhermoZurück in der warmen Stube
Fr. 02.11.2012 (6. Tag), Namche Bazar (3450m) - Dole (4050m)
Wir überschritten die 4000 Meter Grenze. Die Porters starteten am Morgen mit unserem Gepäck bereits vor uns. Die ersten Stunde ging der Weg noch gemütlich bergauf bis nach Chipcho. Dort trennte sich der Weg. Rechts ging es direkt Richtung Everest Base Camp, wir wählten den Weg links Richtung Gokyo. "Cole cole" (langsam langsam), vor uns lag nun ein 500m hoher Aufstieg bis zum nächsten Ort. Immer wieder zogen Wolken vorbei und bedeckten den sonst blauen Himmel. Es ging ein leichter Wind und man wusste nie richtig ob man nun warm oder kalt hatte. Um 11:00 Uhr erreichten wir Mong auf 3900m, wo wir die Mittagspause einlegten. Dieser Ort mit zwei drei Lodges lag auf einem Grat und bot gute Aussicht in die Bergwelt. Über uns kreisten sogar plötzlich zwei Adler mit hellem Gefieder. Nach dem wir den ersten Aufstieg ja bereits geschafft hatten ging es nach dem Mittag gleich 400m steil abwärts bis zu einem Fluss. Die Mühe vom Vormittag war wieder "vernichtet" und vor uns lagen nochmals 600m Aufstieg! Der Weg führte wieder durch den Wald. Das Laub der Birken lag am Boden aber die Rhododendronbäume hatten noch Laub. Flechten hingen überall von den Bäumen, es sah teilweise schon fast mystisch aus. Wir konnten nur erahnen wie farbenprächtig diese Gegend jeweils im Frühling ist. Der Weg führte nun teilweise einem Bach entlang, welcher grösstenteils gefroren war. Sogar einzelne kleine gefrorene Wasserfällle passierten wir. Wir befanden uns auf der Schattenseite des Tals. Die Gebirgskette des Tamaserku hinter uns war omnipräsent und faszinierte. Die Abendsonne verlieh den Bergen einen zusätzliche Eleganz. Es war 16:00 Uhr als wir nach 6 Stunden Marschzeit unserer Lodge in Dole erreichten und mit einem warmen Begrüssungstee erwartet wurden.
POI Zielort
Krämerladen unterwegsNach dem Aufstieg eine Stärkung am MittagUnser Tagesziel liegt unten im TalEine tierische BegegnungWundervolle Abendstimmung in Dole
Do. 01.11.2012 (5. Tag), Namche Bazar (3450m)
Der heutige Tag stand im Zeichen der Akklimatisation. Um 9:00 Uhr verliessen wir unsere Lodge. Die Morgensonne wärmte uns beim gemütlichen Aufstieg nach Khumjung. Wir kamen an einer Flugpiste vorbei, welche früher einmal für die Touristen gedacht war. Weil diese dann bei der Ankunft aber regelässig umkippten infolge der Höhe, hatte man die Flüge wieder eingestellt. Jetzt gibt es noch Helikopterlandungen und wir konnten sogar Gleitschirme beim Landen beobachten! Ganz langsam stiegen wir weiter hoch, vorbei an Enzianen, bis wir plötzlich auf rund 3800 Meter vor einer sensationellen Aussicht standen. Amu Dablam, Lhoste, Mount Everest und alle die anderen Berge wie auch immer sie heissen standen mächtig vor uns uns strahlten mit ihren weissen Gipfeln um die Wette. Es war eindrücklich und unsere Blicke blieben an den Bergen hängen. Wir genossen das Panorama, knipsten Fotos und machten uns dann weiter auf den Weg weiter nach Khumjung. In diese Ort hatte Eduard Hillary, der Everest Erstbesteiger, früher eine Schule gegründet. Ebenfalls in diesem Ort gab es das Mittagessen. Nach dem Essen nahmen wir den Abstieg nach Namche Bazar unter die Füsse. Es zogen etwas Wolken auf, welche uns aber nicht gross störten. Um 14:30 Uhr waren wir wieder zurück von unserer Akklimatisationstour, so dass uns noch viel Zeit blieb in Namche zu shoppen. Wenn jemandem für das Trekking noch etwas an Ausrüstung fehlt, dann kriegt man es hier. Bei der Bekleidung kriegt man fast alle bekannten Marken und einem absolut günstigen Preis. Natürlich handelt es sich hier hauptsächlich um Fälschungen, aber schlecht ist die Ware deshalb nicht.
POI Zielort
Namche BazarTibet-EnzianUnsere Reisegruppe vor dem Ama Dablam (6814 m)GebetsmühlenKhumjungYakdung zum Heizen«Moonlight Logde» unsere Unterkunft in Namche Bazar
Mi. 31.10.2012 (4. Tag), Phakding - Namche Bazar (3450m)
Als wir am Morgen aufstanden war es noch 10°C in Zimmer. Sobald jedoch die Sonne scheint wird es schnell warm. Der erste Teil unseres Trecks war ein stetiges auf und ab. Es waren umheimlich viele Leute unterwegs, der Touristenstrom brach kaum ab. Natürlich fehlten hier die auch die japanischen Reisegruppen nicht... Die Selektion kommt dann aber schon noch. Bereits gestern ging ich den Yaks beim Kreuzen grosszügig aus dem Weg, da diese sich den Platz nehmen wenn nicht genügend vorhanden ist. Heute kam uns dann eine Yak Karavane die Treppen hinunter entgegen und promt kam ein Tier dem Rand zunahe und stürzte 3 Meter bis auf den Weg hinunter. Zum Glück hielt sich dort gerade niemand auf und das Tier hatte sich offensichtlich auch nicht verletzt. Wir überschritten diverse Hängebrücken und genossen die schoene Umgebung. Bald erreichten wir den Sagarmatha Nationalpark. Unterwegs verpflegten wir uns wie üblich in einem einfachen Restaurant, bevor uns dann noch 600 m Aufstieg bevor standen. Wir schritten ganz langsam, damit wir uns gut akklimatisieren koennen. Nach dem halben Aufstieg gelangten wir an einen Punkt, wo wir in der Ferne zum ersten Mal den Mount Everest erblickten! Das war aber erst der Anfang, schliesslich wird unser Trekking uns noch an den Fuss des Everests führen. Nach 5 1/2 Stunden Marschzeit errichten wir im 15:00 Uhr die Sherpa Hauptstadt Namche Bazar auf 3450m. Hier in den Gassen gibt es viel zu kaufen, da werde ich mich auch noch naeher umsehen. Wenn man bedenkt, dass alle die Ware und alle Lebensmittel sowie Getraenke von Sherpas nach Namche Bazar getragen werden, dann merkt man einmal mehr, welch unglaubliche Leistung die Sherpas an den Tag legen! Am Abend nach dem Nachtessen fröhnten wir erstmals schweizerisches "Kulturgut": Das Jassen.
Zielort
Der Mount Everest zeigt sich uns zum ersten malWenn die Träger unterwegs mal Pause machenEintreffen in Namche Bazar
Di. 30.10.2012 (3. Tag), Kathmandu - Lukla - Phakding (2600m)
Bereits um 5:45 Uhr trafen wir uns mit allem Gepäck in der Hotelhalle. Zu dieser Zeit gab es im Hotel noch kein Frühstueck, so dass wir eine Frühstücksbox erhielten. In Kathmandu erhob sich die Sonne über den Dunst und Smog als wir im Shuttlebus unterwegs zum Flughafen waren. Am Flughafen selber ging es ziemlich chaotisch zu und her. Aber irgendwie schafften wir es durch die Kontrolle zum kommen, obwohl sie in meinem Rucksack noch ein Taschenmesser fanden. Draussen auf dem Flugfeld warteten wir auf unsere Maschine. Bald schon landete die Dornier 228 der Sita-Air. Das Flugzeug war so gross, dass genau unsere Gruppe darin Platz fand. Grössere Maschinen können in Lukla auch gar nicht landen. Um 8:00 Uhr hoben wir ab. Der Flug mit wunderbarem Ausblick dauerte 25 Min. und ersparte uns eine Woche auf dem Landweg! Dann erblickten wir vor uns die berühmt berüchtigte Flugpiste in Lukla auf 2900 Meter. Ich habe bisher noch nie einen Piste gesehen die so kurz ist (500m lang) und beim Landen bergauf geht (15% Neigung). In Lukla wurde unser Gepäck auf die Sherpas verteilt, wir selber tragen nur noch einen Tagesrucksack. Es ist schon wahnsinnig welche Lasten die Sherpas tragen. Unterwegs wird dies immer eindrücklicher. Um 10:15 Uhr ging es dann los, wird verliesen Lukla und nahmen noch einen Eindruck von diesem Ort mit. Unser Weg führte gesamthaft 300m abwärts. Die ersten Yaks kamen uns entgegen und dementsprechend hing auch ein Duft in der Luft. Unzählige Lodges und kleine Restaurants saumten den Weg, man kann sich ausrechnen wie viele Touristen hier vorbeikommen. Immer wieder gab das Tal einen Blick frei auf die hohen verschneiten Berge die sich in der Sonne unter dem blauen Himmel von der schönsten Seite präsentierten. Kurz nach 15:00 Uhr, nach 3 1/2 Stunden Marschzeit, erreichten wir in Phakding unsere "Sunrise" Lodge.
Bericht aus 20 Minuten Online vom 28.9.12 (manchmal ist gut man weiss nicht immer alles zum voraus!...):

Flugzeug mit 16 Touristen in Nepal abgestürzt
Eine Maschine der «Sita Air» zerschellte kurz nach dem Start in der Nähe der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu. Die meisten Opfer sind westliche Touristen.
Die Maschine mit 16 Passagieren und drei Besatzungsmitgliedern an Bord sei kurz nach dem Start in weniger als einem Kilometer Entfernung vom Flughafen abgestürzt und in Flammen aufgegangen, erklärte ein Polizeisprecher. Unter den Toten seien Nepalesen, Briten und Chinesen. Die Maschine war auf dem Weg in die nordöstliche Stadt Lukla. Das Unglück ereignete sich am frühen Morgen gegen 6.30 Uhr Ortszeit. Offenbar habe der Pilot am Ufer des Flusses Manohara landen wollen, aber dann habe die Maschine Feuer gefangen, erklärte der Sprecher. In Nepal kommt es immer wieder zu Flugzeugunglücken. Flugzeuge sind ein wichtiges Verkehrsmittel in dem Himalaya-Land, das über kein besonders gut ausgebautes Strassennetz verfügt.
POI Zielort
Beim Einchecken in KathmanduUnser Flugzeug  Tenzing-Hillary Airport in LuklaHier gabPhakding - unser Tagesziel
Mo. 29.10.2012 (2. Tag), Doha - Kathmandu
Je mehr sich unser Flugzeug Kathmandu näherte, desto besser konnte man die Himalaya Kette erblicken. Imposant und majestätisch prägten die Gipfel die Landschaft. Nach einer Flugzeit von 4 1/2 Stunden landeten wir am Ziel. In Nepal sind wir der Schweiz gegenüber zeitlich 4 3/4 Stunden vor, d.h. unsere innere Uhr muss sich auch noch anpassen. Die Zeit am Flughafen in Kathmandu scheint still gestanden zu sein, es geht alles sehr gemütlich und einfach zu und her. Nachdem wir das Visa erhalten und bezahlt hatten (40 USD), wurden wir von der lokalen Reiseleitung mit einer Blumengirlande empfangen und ein Shuttel Bus brachte uns anschliessend ins Yak & Yeti Hotel. Dieses Hotel ist für hiesige Verhältnisse eine Top-Adresse. Hier im Strassenverkehr zu bestehen ist alles andere als trivial. Mal abgesehen vom Linksverkehr muss man starke Nerven und viel Erfahrung haben. Es wird zwar nicht schnell gefahren, aber der Verkehr fliesst quasi überall. Am Nachmittag machte ich zu Fuss selbständig einen kleinen Ausflug um einen ersten Eindruck vom hiesigen Leben zu erhalten. Vieles erinnert mich an die Zeit in Südamerika. Die Hauser, das Getümmel und die Geschmäcker. Am Abend machten wir einen kleinen Spaziergang zu einem nahgelegenen, typich neplaesichen Restaurant. Nebst dem Essen kamen wir auch noch in Genuss von Tanz und Musik.
Zielort
Begrüssung in KathmanduGanz normaler Strassenverkehr
So. 28.10.2012 (1. Tag), Zürich - Doha
Um 16:00 Uhr, mit 3/4-Stunde Verspätung, hob der Airbus A330 der Qatar Airways in Zürich mitten im Schneegestöber ab! Vor dem Start musste das Flugzeug zuerst noch enteist werden!
Knapp 3 Stunden vorher hat sich unsere Reisegruppe vor dem Checkin zum ersten Mal getroffen. Wir sind 10 Trekkingteilnehmer und ein Bergführer, die jetzt eine erlebnisreiche Zeit vor sich haben. Der Flug nach Doha dauerte rund 5 1/2 Stunden und verlief angenehm. In Doha mussten wir uns dann auf dem Flughafen einen 7 stündigen Aufenthalt um die Ohren schlagen, bis die Reise weiter geht. Zeit für die erste Kneipprunde. Draussen ist es 30° warm - in der Nacht!...